Nachnutzung

Was wird jetzt aus dem Flughafen Tempelhof?

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386 Hektar Fläche mitten in Berlin – Wie sollen Gebäude und Gelände des Flughafens Tempelhof nach dem letzten Flug genutzt werden? Es gibt eine Reihe von Vorschlägen, beschlossen ist aber noch nichts. Morgenpost Online stellt einige der Konzepte vor.

Das von 1936 an auf einem früheren Exerzierplatz gebaute Flughafengebäude in Tempelhof galt damals flächenmäßig als das größte der Welt. Es ist 1,2 Kilometer lang und böte mit seiner Bruttogrundfläche von mehr als 290.000Quadratmetern knapp 40 Fußballfeldern Platz. 386 Hektar ist das Gelände groß, man könnte damit Berlins Mitte zwischen dem Hauptbahnhof und dem Alexanderplatz ausfüllen. Doch was soll mit der riesigen Freifläche mitten in der Stadt künftig passieren?

- Der Senat will aus dem 380 Hektar großen Areal einen gigantischen Park mit Wohnhäusern am Rand machen. Das knapp 300.000 Quadratmeter große Abfertigungsgebäude soll für Firmen und Kulturangebote erschlossen werden. Ein Ideenwettbewerb soll Alternativen zum Projekt des Berliner Senats hervorbringen.

- Die Zentral- und Landesbibliothek mit ihren 3,3 Millionen Büchern und anderen Medien, derzeit auf drei Standorte in Berlin verteilt, könnte in den weitläufigen Räumen des bisherigen Terminals Platz finden. Der Historiker Götz Aly findet, das sei sinnvoller als im geplanten Neubau des Stadtschlosses eine vierte Filiale zu eröffnen.

- Der Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin hat den Flugplatz als Standort für ein neues Fußballstadion ins Gespräch gebracht. Hintergrund: Das rund 74.000 Zuschauer fassende Olympiastadion ist bei Hertha-Spielen schlecht ausgelastet, die Atmosphäre in der weitläufigen Arena mit Laufbahn gilt als unterkühlt. Der Vertrag des Vereins mit der Stadiongesellschaft läuft 2017 aus.

- Der bisherige Flughafen wäre auch als dritter Filmstandort in der Hauptstadtregion geeignet - neben Potsdam-Babelsberg und Berlin- Adlershof. Zwei Hangars könnten zu Filmateliers umgebaut, ein dritter für den Kulissenbau genutzt werden, sagte Studio-Babelsberg-Chef Carl Woebcken.

- Denkbar wäre auch ein weiterer Ort für Museen . So könnte eine Luftfahrt-Außenstelle des Deutschen Technikmuseums in Tempelhof einziehen. Ein anderer Anwärter ist das Alliierten-Museum in Berlin- Dahlem, dessen Flugzeuge und Eisenbahnwaggons im Freien stehen und zu verrotten drohen.

- Der Modedesigner Wolfgang Joop könnte sich im Gebäude eine exquisites Einkaufszentrum vorstellen und auf dem Flugfeld einen riesigen Vergnügungspark. „Tempelhof muss schön knallig sein, richtig radikal künstlerisch“, sagte er.

- Der Zeichner Michael Sowa schlägt einen Geschichtspark vor, „also eine Art Open-Air-Geisterbahn“, etwa mit dem Stasi-Chef Erich Mielke oder einer detailgetreue Rekonstruktion der Berliner Mauer.

( dpa/mim )