Bundesweite Razzia

Berliner Polizei fasst Ebay-Hehlerbande

Im gesamten Bundesgebiet hat die Polizei am Montagmorgen Wohnungen durchsucht: Die Aktion unter Leitung des Landeskriminalamtes Berlin richtet sich gegen Hehler, die gestohlene elektronische Geräte über das Internet-Auktionshaus Ebay verkauft haben - und gegen ihre Kunden.

Sie verkauften teure Geräte verdächtig billig: Ein Beamer, der normalerweise 15.000 Euro kostet, wurde für 2000 Euro verscherbelt. Bis am Montagmorgen die Polizei zuschlug: Unter der Leitung des Landeskriminalamtes Berlin wurden rund 140 Wohnungen in ganz Deutschland durchsucht, 39 allein in Berlin. Dabei wurde in der Hauptstadt eine Bande mutmaßlicher Internet-Hehler festgenommen. Deren Kunden bekamen auch Besuch. In bundesweit 114 Wohnungen sahen sich Beamte nach möglicher Hehlerware um. Und wurden fündig. Bei der Ware soll es sich vor allem um elektronische Geräte wie Laptops, iPhones und Navigationsgeräte handeln, die als Beweismittel sichergestellt wurden. Der Gesamtschaden liegt laut Polizei bei einer fünfstelligen Euro-Summe.

In Berlin waren rund 215 Beamte im Einsatz. Gegen die Verdächtigen ermittelt das Landeskriminalamtes wegen gewerbs- und bandenmäßigem Betrug, gewerbsmäßiger Bandenhehlerei und Rauschgifthandel. Die Verdächtigen hatten Teil der gestohlenen Gegenstände über das Internet-Auktionsportal Ebay verkauft. Die angebotenen Artikel wurden international vertrieben. Hinter den Transaktionen stehen nach ersten Ermittlungen offenbar Intensivtäter und arabische Großfamilien. In Berlin nahmen Beamte des Landeskriminalamtes fünf Tatverdächtige vorläufig fest.

"Dringender Tatverdacht" besteht nach Angaben der Polizei gegen zwei 22-jährige Männer aus Tempelhof und Moabit. Sie sollen seit 2004 elektronische Geräte - Handys, Computer, Unterhaltungselektronik - via Internet verkauft haben, auch über Ebay. Die gestohlenen Artikel wurden als neu oder neuwertig beworben; die beiden Verdächtigen verkauften die Ware teils mit Originalbelegen, teils mit gefälschten Eigentumsnachweisen. Die angebotenen Produkte erhielten die beiden verdächtigen von fünf Komplizen im Alter von 17 bis 24 Jahren, die als Zwischenhändler fungierten.

Den mutmaßlichen Hehlern konnte die Berliner Polizei insgesamt 16 Wohnungen zuordnen - und die wurden am Montagmorgen durchsucht. Dabei wurde laut Polizei "umfangreiches Beweismaterial sichergestellt", das nun weiter ausgewertet wird. Festgenommen wurden ein 17-Jähriger, zwei 22-Jährige, ein 24-Jähriger sowie ein 55-jähriger Mann - und nicht allein wegen des Verdachts auf Hehlerei: Ihnen wird auch vorgeworfen, mit Cannabis gehandelt zu haben.