Zahlreich sind die Gastronomen im Nikolaiviertel, die sich um die Gunst der überwiegend touristischen Klientel bemühen. In einem der ältesten Häuser am Platz befindet sich seit vielen Jahren das Restaurant „Zur Gerichtslaube“. Zur kalten Jahreszeit fehlt die einladende Terrasse. So müssen Gäste sich über die leere Fläche zum etwas versteckt liegenden Eingang begeben. Das lohnt sich, denn das rustikale Kreuzgewölbe mit historischen Pfeilern und heimeligen Butzenscheiben ist auf Anhieb ein Ort uriger Gemütlichkeit.

Das fanden auch zwei Familien auf Berlinbesuch links und rechts, die einen aus Italien, die anderen aus Spanien. Aus diesem Grund lautet die Standardfrage des flotten Service bei jedem Gast „Menu in English?“. Die deutsche Karte zieren gastronomische Sinnsprüche wie „Es gibt nichts auf der Welt, was so dauerhaft ist wie die Liebe zu den Kochtöpfen“. In denen wird hier überwiegend Deftiges zubereitet, von der Großen Berliner Schmauserei, mit Boulette, Bratwurst, Schweinebraten, Gewürztunke, Speckbohnen und Kräuterkartoffeln, 19,80 Euro, über das kiloschwere, gerne als Handyfoto gepostete Pökeleisbein mit Kraut und Erbspüree, 14,50 Euro bis zum Zanderfilet mit Dillkartoffeln, 17,50 Euro. Auch ein halbes Dutzend vegetarische und vegane Gerichte sind im Angebot, etwa Sellerieschnitzel mit Möhrenpüree und Salat, 13,90 Euro.

Zart und noch leicht rosa in der Mitte wurden vier handtellergroße Scheiben Kalbsleber mit herrlichem Rotkohl und Quetschkartoffeln serviert. Lediglich der panierte, frittierte Apfelring passte nicht zur guten Zubereitung, 14,90 Euro. Die ausländischen Gäste sprachen bereits mittags dem speziell gebrauten Schöffenbier und dem Berliner Schwarzbier zu, jeweils 0,5 l/4,60 Euro. Nicht nur für Berlinbesucher eine gute Anlaufstelle im Nikolaiviertel.

Zur Gerichtslaube Poststr. 28, Mitte, Tel. 241 56 97, tägl. 11.30-22, www.gerichtslaube.de