Im Abissinia (alter Name für Äthiopien) wird ostafrikanische Küche mit äthiopischen und eritreischen Gerichten serviert. Die lang gezogenen Räume vom Abissinia sind traditionell eingerichtet und bieten den Gästen ein Wohlfühlambiente – mit afrikanischen Bildern an den Wänden und Duft von äthiopischem Kaffee. Reis gibt es nicht, ganz wenig Kartoffeln, aber dafür jede Menge Brot. „Injera“, aus Sauerteig hergestellt und dünn gebacken wie Crêpes, dienen als breitflächige Unterlage für jegliches Essen.

Mit der rechten Hand wird das leicht schwammige Brot abgerissen, dann in Sauce getunkt, dazu Fleisch oder Gemüse aufgestapelt – und in den Mund geschoben. Linsen, Zwiebeln, Knoblauch und Möhren dominieren reichlich – wenn sie nicht in den sämig dicklichen Schmorsoßen verarbeitet sind – gibt es sie in den vegetarischen Mischungen. Alles schmeckt sehr, sehr würzig, aber nicht scharf, Kurkuma, Berbere Gewürzmischung sowie eine Curry ähnliche Mischung namens Mitmita gehören zum ostafrikanischen Würzschrank.

Die rote Linsensuppe (4,50 Euro) mit Kardamom und gefüllter Blätterteig mit Rinderhackfleisch (6,50 Euro) sind als Einstieg schmackhaft und reichlich bemessen. Zu den Hauptgerichten wird stets hausgemachter körniger Frischkäse „Ayb“ sowie gemischter Salat serviert. Das Hühnerfleischgericht „Dorowot“ (9 Euro) ist dicklich mit tomatiger Sauce überzogen, zartes Fleisch lässt sich leicht von den Knochen lösen.

Das Rindfleisch mit gebratenen grünen Bohnen ist dagegen zäh, aber die geschmackliche Gesamtkomposition versöhnt. Ein Gläschen hausgemachter Honigwein „Tej“ sollte unbedingt probiert werden. Genauso wie der Kaffee, äthiopischer Mokka, zelebriert mit der Kaffeekanne „Jebena Buna“, der in die Hochebenen Ostafrikas lockt.

Abissinia Grunewaldstraße 82, Schöneberg, Mo.–So. 16–24 Uhr, Tel. 74 68 40 00, www.abissinia-berlin.de

rmd