Nach Spotify, Simfy, Wimp und Co. startet jetzt auch der amerikanische Internetkonzern Google einen Musikstreamingdienst. Von heute an haben Nutzer unbegrenzten Zugriff auf die insgesamt 20 Millionen Titel umfassende Musikbibliothek im Play-Store. Nutzer können zudem eigene „Radiostationen“ basierend auf ihren Lieblingsinterpreten erstellen, sortieren und bearbeiten. Das personalisierte Angebot und eine intuitive Benutzerführung stehen bei dem neuen Google-Dienst im Mittelpunkt.
Google Play Music „All inclusive“ kostet – wie auch die Dienste der meisten Mitbewerber – monatlich 9,99 Euro. Zum Start der Plattform werden Monatsabos bis Mitte Januar 2014 zum Preis von 7,99 Euro angeboten – die ersten 30 Tage kann kostenfrei gestreamt werden. Apps für Tablet-Computer, Smartphones und iPods stehen für die Betriebssysteme iOS und Android kostenfrei zum Download bereit.
Play Music bietet unterschiedliche Arten an, Musik zu hören: Unter der Rubrik „Meine Musik“ findet der Nutzer bis zu 20.000 Titel, die er selbst von externen Quellen herunter- beziehungsweise auf die Plattform hochgeladen hat. Sie können nach Genres, Interpreten, Alben und Titel sortiert angezeigt werden und lassen sich in Playlists gruppieren, die unter dem zweiten Menüreiter zu finden sind.
Radiostationen für jeden Geschmack
Unter der Rubrik „Radio“ öffnet sich eine unbegrenzte Zahl von Radiostationen, in denen ähnliche Titel abgespielt werden. Das Programm lässt sich hier beliebig verändern: Titel können neu geordnet oder entfernt werden. Solche Radiostationen lassen sich innerhalb der App von jedem Titel aus generieren und starten. In der Vergangenheit gehörte Radiostationen werden hier angezeigt neben Stationen, die von der Google-Musikredaktion empfohlen werden.
Wer neue Musik entdecken will, findet dafür die Rubrik „Entdecken“. Dort lassen sich in mehr als 20 Genres (von Alternative über Heavy Metal und Klassik bis hin zu Volksmusik) unterteilte Abspiellisten starten. Darüber hinaus gibt es Extramenüs für angesagte und empfohlene Entdeckungen, die von Google-Musikexperten wöchentlich kuratiert und aktualisiert werden, sowie Neuerscheinungen.
Nur ein Klick zur Lieblingsmusik
„Die Lieblingsmusik eines Nutzers ist immer nur einen Klick entfernt“, sagt Produktmanagerin Sara Hecht. Google setzt bei der Zusammenstellung seiner Playlists auf ein Zusammenspiel von Mensch und Maschine: Bei den Empfehlungen steht der Expertengeschmack im Mittelpunkt. Die Radiostationen stellt ein Computer-Algorithmus zusammen. Er wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: der eigenen Chronik und beispielsweise positiven Bewertungen des Nutzers, die bei Google „+1“ heißen und den „Likes“ bei Facebook entsprechen. „Wir bieten Inhalte, die für den Nutzer Relevanz haben“, erläutert die Produktmanagerin.
Damit die neue Google-Musik-App auch an Orten verwendet werden kann, wo kein mobiles Internet zur Verfügung steht, gibt es eine Offline-Funktion. Mit einem Klick lassen sich Playlisten, Alben oder auch einzelne Titel auf dem Smartphone oder Tablet speichern.
Play Music in 21 Ländern verfügbar
Google hat sich viel Zeit mit seinem Musikdienst gelassen, was an komplizierten Verhandlungen mit dem deutschen Rechtevermarkter Gema gelegen haben mag. Produktmanagerin Hecht bleibt bei dieser Frage auch relativ wortkarg und verweist darauf, dass der Dienst nach und nach in bislang 21 Ländern ausgerollt wurde. Deutsche Apple-Nutzer warten dagegen nach wie vor auf eine deutsche Version von iTunes Radio, das in den USA ist bereits verfügbar ist.





