Technologie

Berliner Start-up Aupeo gewinnt Innovationspreis der CES Las Vegas

Aupeo ist eine Art Twitter fürs Autoradio. Diese Idee fand die Jury der Consumer Electronic Show so toll, dass sie dem Berliner Start-up einen Innovationspreis verliehen hat.

Foto: Aupeo

Der Berliner Musik-Streamingdienst Aupeo hat bei der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas einen Innovationspreis gewonnen. Das Unternehmen wurde auf der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik für seine neue Onlineplattform „Personal Radio“ ausgezeichnet. Der CES Innovation Award wird in 28 Kategorien verliehen. Aupeo hat den Preis in der Sparte In-Vehicle-Accessoires gewonnen.

Personal Radio erweitert den bekannten Musikstreamingdienst von Aupeo zu einer personalisierten Infotainment-Plattform, die Inhalte aus unterschiedlichen Quellen anbietet. Geschäftsführer Holger Weiss bezeichnete das Angebot kürzlich als eine Art Twitter fürs Autoradio. Nutzer hören lokale und globale Nachrichten.

Es gibt Sportinformationen, Verkehrs- und Wettermeldungen. Dazu gibt es die ausgewählte Lieblingsmusik. Momentan ist das überwiegend englischsprachige Angebot auf den US-Markt zugeschnitten. Content-Partner sind die Medienunternehmen CBS Radio News, American Public Media (APM), TheBlaze Radio Networks, AccuWeather und GEO Traffic Entsprechende Angebote in Deutsch werden vorbereitet, wie Holger Weiss kürzlich sagte.

Bei Aupeo bleibt die Hand am Lenkrad

„Das Auto bleibt für die meisten Verbraucher der wichtigste Ort, an dem sie zuhören“, erklärt David Taylor, Technologiechef des Unternehmens. „Personal Radio informiert und unterhält seine Nutzer mit persönlichen Inhalten, ohne dass sie eine Hand vom Lenkrad nehmen müssen.“

Denn der Nutzer stellt die Mischung aus Informationen und Unterhaltung vor dem Fahrtantritt in der Smartphone- oder Tablet-App ein, den Rest besorgt ein intelligenter Algorithmus. Im ersten Schritt wählt man ein Musik-Genre, anschließend die Quelle für die Nachrichtensendungen und Podcasts sowie eine Auswahl von Webradio-Stationen. Ferner kann das Mischungsverhältnis der einzelnen Quellen eingestellt werden. Dieser Mix wird an das Online-Audiosystem des Autos übertragen nach Fahrtantritt als personalisierter Feed abgespielt. In der App können mehrere Feeds für unterschiedliche Fahrsituationen gespeichert werden.

Taylor sieht in der Technologieplattform von Aupeo die dritte Generation des mobilen Infotainment. Zunächst habe das Mittelwellenradio (AM) den Menschen globale Informationen gebracht. Die Ultrakurzwelle (FM) habe dieses Angebot um lokale Sender erweitert. Streamingangebote aus dem Internet böten nun als dritte Evolutionsstufe die Möglichkeit, die dargebotenen Informationen zu personalisieren.

Premium-Version ohne Werbung

Der werbefinanzierte Basisdienst ist kostenfrei nutzbar. Die für das Auto optimierte Ansicht der App (Car Mode) kostet einmalig knapp zehn Euro. Alternativ gibt es die Premium-Version der App für 5,49 Euro pro Monat: werbefrei, mit aktiviertem Car Mode und einer besseren Soundqualität.

Aupeo sieht sich in erster Linie als Angebot für die Automobilindustrie. Die Hersteller können die Benutzeroberfläche dem eigenen Markendesign anpassen: Insgesamt arbeitet das Unternehmen mit 20 Marken zusammen und erwirtschaftet 85 Prozent seines Geschäfts mit industriellen Kunden (im Branchenjargon Business-to-Business oder B2B genannt). Acht der zehn wichtigsten Autohersteller sind inzwischen Partner von Aupeo mit einer Million aktiven Kunden in 60 Ländern. Nach Angaben des Unternehmens kann das Angebot in fünf Millionen Fahrzeugen genutzt werden.

Aupeo wurde 2008 in gegründet und entwickelte sich schnell in der aufstrebenden Start-up-Szene der Hauptstadt. Der US-Elektronikkonzern Panasonic hat das Unternehmen im Jahr 2013 für einen zweistelligen Millionenbetrag übernommen. Der Firmensitz blieb aber weiterhin in Berlin.