Der interaktive Handel in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist seit 2010 um 50 Prozent gewachsen und hat einschließlich der Versandhäuser ein Umsatzvolumen von 60 Milliarden Euro erreicht. Im laufenden Jahr dürfte sich das Wachstum aber abschwächen.

Diese Zahlen nannten die Branchenverbände der drei Länder, darunter der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), am Rande des etailment-Summit in Berlin.

In Deutschland werden vor allem Textilien und Schuhe online gekauft. Hier beläuft sich der Umsatz auf 16,1 Milliarden Euro. Tonträger und Bücher sind die zweitgrößte Warengruppe (8,3 Milliarden Euro). Elektrogeräte rangieren an dritter Stelle (5,5 Milliarden Euro).

Der Anteil des interaktiven Handels am Handel insgesamt ist in Deutschland auf 9,6 Prozent gestiegen. 81 Prozent des interaktiven Handels entfallen auf den Onlinehandel, der Rest auf den traditionellen Versandhandel.

Hohes Potenzial beim Lebensmittelhandel

Unterschiede zwischen den drei Ländern zeigen sich beim Online-Lebensmittelhandel. Er ist in der Schweiz mit einem Anteil von 12,8 Prozent am interaktiven Handel mehr als dreimal so groß wie in Deutschland (2,1 Prozent) und Österreich. Petra Baettig, Vorstand des Verbandes des schweizerischen Versandhandels, führt dies auf „das Engagement und die Experimentierfreudigkeit“ der Lebensmittelketten Migros und Coop zurück. Ein weiterer Grund könnte der Erfolg der Schweizer Nespresso-Kaffeekapseln sein. „Die Schweiz exportiert mittlerweile mehr Kaffee als Käse“, so Baettig.

Das Wachstum des interaktiven Handels scheint sich im aktuellen Jahr abzuschwächen. bevh-Präsident Gero Furchheim nannte ein Plus von nur 1,8 Prozent für die ersten sechs Monate. Der Verband sei „selbst überrascht“ und hoffe nun auf Impulse im Weihnachtsgeschäft.

stü