Die Sicherheitsplattform Zenmate hat im Rahmen einer ersten Finanzierungsrunde einen Betrag von 3,2 Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) erhalten.

Zenmate funktioniert in ähnlicher Weise wie eine so genannte VPN-Verbindung. Man kann sich das wie einen Komunikationstunnel vorstellen – oder so, als wären zwei Computer direkt mit einem Kabel verbunden. Niemand hört oder liest, was in dem Tunnel gesprochen wird. Und auch die Identitäten der Kommunikationspartner am Anfang und Ende des Tunnels bleiben verborgen, weil Zenmate die Internetadressen ändert.

ZenMate verschlüsselt den Browser-Datenverkehr, verbirgt den physischen Ort eines Internetnutzers und seine IP-Adresse. Ferner umgeht der Dienst Geo-Einschränkungen und bietet auch Sicherheit in (insbesondere öffentlichen) WLAN-Netzwerken gegenüber Hackern. Damit schützt Zenmate umfassend die Privatsphäre der Nutzer im Netz.

Start als Chrome-Erweiterung

Zenmate startete zunächst als Browser-Erweiterung für Google Chrome. „Doch wir hatten einen größeren Plan“, sagt Gründer Simon Specka. Nach seinen Worten benutzen zwar 80 Prozent der Internetnutzer einen Virenschutz. „Doch damit ist nur der lokale Rechner sicher“, sagt Specka. Im Netz bewegen sich die meisten Nutzer ohne Schutz. Nur ein kleiner Teil nutzten erweiterte Firewalls oder VPN-Technologien.

Im August 2014 veröffentlichte das Unternehmen Versionen für die mobilen Betzriebssysteme iOS und Android. Brandneu ist das Plug-in für den Firefox-Browser, das nach Angaben des Unternehmens den weltweit ersten VPN-Verschlüsselungsdienst seiner Art für Mozilla-Fans darstellt. Ferner ist eine neue App für iPhones geplant.

500 MB bei Zenmate gratis

Auch ein Geschäftsmodell haben die Berliner: Ein Datenvolumen von 500 MB wird pro Monat kostenfrei verschlüsselt. Wer mehr benötigt oder Premium-Dienste wie Datenkompression in Anspruch nehmen will, muss bezahlen.

Holtzbrinck Ventures (Zalando, Wooga, Hitfox) investiert den Löwenanteil der aktuellen Investitionsrunde. Mit an Bord ist der Company Builder Project A Ventures, der Zenmate seit geraumer Zeit mit seiner Expertise unterstützt.

Investoren aus Mobilfunkbranche

Neue Investoren sind Shortcut Ventures (blau.de, ePlus) und T-Ventures. Damit sind zwei mobilfunkaffine Unternehmen bei Zenmate mit an Bord, die für die weitere Expansion von Zenmate wichtig werden könnten.

Bemerkenswert ist der Einstieg von T-Ventures, hat doch die Telekom erst vor wenigen Wochen eine Partnerschaft mit dem konkurrierenden Start-up Disconnect.me verkündet. Mitgründer Gus Warren stellte das US-Unternehmen bei der Langen Nacht der Startups Anfang September vor.

Zenmate bestes Sicherheits-Start-up

Disconnect bietet Smartphone-Apps gegen Identitätsdiebstahl und für WLAN-Sicherheit. Ein Browser-Plugins ermöglicht privates Surfen, indem es Webseiten oder Dienste daran hindert, Internetaktivitäten eines Nutzers auszuschnüffeln (Tracking) und die gewonnenen Daten für Werbezwecke zu verkaufen. Dadurch beschleunigt Disconnect den Aufbau von Webseiten, weil weniger Tracking-Seiten im Hintergrund geladen werden. Der Schutz geht aber nicht so weit, dass die Identität eines Nutzers (IP-Adresse) modifiziert wird.

Zenmate grenzt sich von Apps wie Disconnect, Ghostery, Hola, Stealthy oder Hide my Ass ab und verspricht mehr Sicherheit durch eine umfassende Browser-Verschlüsselung. Gleichwohl räumt Specka ein: „Es gibt keine absolute Sicherheit. Wir tun aber unser Bestmögliches.“ Dabei verfolgt Zenmate ein ähnliches Konzept wie das Software-Projekt Tor, das Internetnutzern Anonymität garantiert.

Zenmate genießt dabei nicht nur das Vertrauen von fünf Millionen Nutzern, Anerkennung zollt auch die Fachwelt: So wurde das Startup mit dem Europas Preis des Branchenmagazins TechCrunch als bestes Sicherheits-Start-up des Jahres 2014 in Europa ausgezeichnet.