Bayer HealthCare

CoLaborator bietet kreatives Umfeld für Biotech-Start-ups

Bayer HealthCare hat in Berlin einen Inkubator für junge Biotech-Unternehmen eröffnet. Der große Pharmakonzern bietet kleinen Start-ups ein Zuhause, weil er auf innovative Ideen angewiesen ist.

Foto: Massimo Rodari

Der Pharmakonzern Bayer HealthCare hat seinen Forschungsinkubator "CoLaborator" für junge Unternehmen im Bereich der Lebenswissenschaften eröffnet. Bio-Tech-Start-ups erhalten am Unternehmensstandort an der Weddinger Müllerstraße 178 Labor- und Büroräume.

"Das ist ein gutes Zeichen für den Gesundheits- und Forschungsstandort Berlin", sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit bei der Eröffnung am Mittwoch. "Das Cluster der Gesundheitswirtschaft ist eines der erfolgreichsten dieser Stadt. Davon profitiert nicht nur der Standort, sondern alle Menschen, die hier leben", sagte Wowereit.

"Als innovationsgetriebenes Unternehmen wollen wir junge Unternehmer dabei unterstützen, ihre innovativen Ideen zügig erproben zu können", sagte Professor Andreas Busch, der Forschungsvorstand des Konzerns bei der Eröffnung. Der Berliner CoLaborator ist die zweite Einrichtung dieser Art innerhalb des Pharmaunternehmens. Der erste CoLaborator für Biotech-Start-ups wurde 2012 in San Francisco eröffnet.

Platz für neun Firmen

Ziel des Konzeptes ist es, jungen Firmen aus den Chemie- und Biowissenschaften geeignete und vollständig eingerichtete Labor- und Büroräume in unmittelbarer Nähe zu den eigenen Forschungseinrichtungen anzubieten. Das Unternehmen will auf diese Weise Forschung und Innovation vorantreiben. Ferner will der Konzern den Biotech-Start-ups als erster Ansprechpartner bei der Suche nach möglichen Kooperationspartnern aus der Pharmaindustrie dienen. Start-ups, die den CoLaborator als Mieter nutzen wollen, bleiben unabhängig.

Der CoLaborator bietet auf einer Fläche von 800 Quadratmetern Platz für bis zu neun kleine Firmen. Dazu wurde ein freistehendes Gebäude im rückwärtigen Teil des Industriegeländes umgebaut und in Start-up-Design eingerichtet. Neben Büros und Laboren gibt es Räume für Vorträge und Konferenzen sowie einen Außenbereich mit Sitzgelegenheiten im Grünen und Tischtennisplatten.

Andreas Fibig, der Vorstandsvorsitzende von Bayer HealthCare, hob die gute Forschungs- und Kliniklandschaft als Grund für die Ansiedlung des CoLaborators in Berlin hervor. Bayer werde den Standort ausbauen und Innovation nach vorne bringen, versicherte Fibig und verwies darauf, dass unter den 4500 Mitarbeitern des Unternehmens in Berlin mehr als 2000 Forscher seien.

Calico erforscht Antikörper-Entwicklung

Mit der Calico, der DexLeChem und der provitro haben sich die ersten drei Firmen in den CoLaborator-Räumlichkeiten von Bayer Healthcare eingemietet. Gespräche mit weiteren Interessenten laufen. Gegründet in San Francisco setzt Calico in Berlin die Erforschung von neuen Methoden zur Entwicklung von speziellen Antikörpern fort. Diese Antikörper werden für die Herstellung von Biotherapeutika und Biomarker-Produkten verwendet. Unternehmenschef Robert Pytela sieht in der Nähe zu den Wissenschaftlern bei Bayer "ein spannendes Umfeld", um seine Technologien weiterentwickeln und anwenden zu können.

Die provitro ist seit mehr als zehn Jahren ein molekularpathologisches Dienstleistungsunternehmen für Zellkulturtechnik in der pharmakologischen und BioTech-Forschung. Provitro verfügt darüber hinaus über ein Labor für Tumor- und Erregerdiagnostik.

Grüne Hightech von DexLeChem

DexLeChem versteht sich als grünes Hightech-Unternehmen, das eine umweltfreundlichere Herstellung von chemischen Wirkstoffen ermöglicht. Dabei werden giftige Lösungsmittel aus Erdölprodukten durch Wasser ersetzt. Das patentierte Verfahren sei deutlich kostengünstiger und verschaffe ihrem Unternehmen Wettbewerbsvorteile, sagte die Mitgründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens, Sonja Jost.

"Der CoLaborator ist für DexLeChem der ideale Ort, um unser junges Unternehmen zu internationalisieren und unsere Entwicklungsangebote im Bereich der grünen Chemie stetig zu erweitern", sagte Sonja Jost. Hier könne das Unternehmen gleichzeitig wachsen und sich mit Wissenschaftlern von Bayer HealthCare austauschen. DexLeChem wurde nach fünf Forschungsjahren im Februar 2013 von vier Gesellschaftern aus einem Forschungsprojekt der Technischen Universität Berlin heraus gegründet.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.