Mobilität

Carsharing begeistert in Berlin immer mehr Autofahrer

Unter Autofahrern hält der Trend zum Teilen an. Carsharingdienste verzeichnen rasante Zuwachsraten. Vor allem in den Metropolen wie Berlin sind die Dienste beliebt.

Foto: DriveNow

Mehr als 750.000 Kunden setzen auf das Prinzip „Nutzen statt Besitzen“ auf deutschen Straßen. Damit hält der seit Jahren beobachtete Trend zum Carsharing an. Mehr als 1,1 Prozent der Bevölkerung Deutschlands über 17 Jahre nehmen inzwischen daran teil, so die vom Bundesverband CarSharing veröffentlichte Jahresbilanz.

Carsharing bedeutet: Auto teilen. Das können Freunde, Familien und Nachbarn untereinander organisieren. In den meisten Städten und Regionen gibt es Firmen und Vereine, die diesen Dienst anbieten.

Anfang 2014 waren 757.000 Teilnehmer bei den etwa 150 deutschen Carsharing-Anbietern registriert, was im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von 67,1 Prozent entspricht.

14.000 geteilte Autos in Deutschland

Kunden bevorzugen so genannte „Free Floating“-Angebote: Bei stationsbasierten Diensten waren 320.000 Teilnehmer registriert (plus 50.000), bei stationsunabhängigen 437.000 Nutzer (plus 254.000). Ihnen stehen 7700 Fahrzeuge an 3900 Stationen im stationsbasierten Carsharing und 6250 Pkw in stationsunabhängigen Angeboten zur Verfügung.

Die stationsunabhängige Vermietung scheint auch die effizientere Vermietung zu sein. 42 Nutzer teilen sich ein Fahrzeug im stationsbasierten Carsharing, 70 Nutzer bei den stationsunabhängigen Angeboten.

„Free Floating“ in 14 Städten

Stationsunabhängige Angebote beschränken sich auf 14 deutsche Städte – unter anderem Berlin. Stationsbasierte Angebote sind hingegen in 380 Städten und Gemeinden zu finden. Bezogen auf die Einwohner werden 33,35 Millionen Einwohner stationsbasiert versorgt. Stationsunabhängige Angebote sind in Städten mit zusammen 9,31 Millionen Einwohnern anzutreffen.“

„Carsharing ist ein sinnvolles Mobilitätsangebot – aus ökologischer und ökonomischer Sicht. Nur durch die intelligente Verknüpfung verschiedener Fortbewegungsarten wird es auch in Zukunft gelingen, Mobilität für alle zu gewährleisten“, erklärt Martin zur Nedden, Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu). Der täglich mehrfache Wechsel zwischen Zufußgehen, Radfahren, ÖPNV-Nutzung, Carsharing und eigenem Pkw werde für viele Menschen künftig zur Normalität gehören

Carsharing löst Parkprobleme

Durch Carsharing werden private Kraftfahrzeuge ersetzt, Fahrten gebündelt und der Parkdruck reduziert, erklärt Hilmar von Lojewski, Beigeordneter des Deutschen Städtetages. „Nach den bisherigen Studien kann ein stationsgebundenes Carsharing-Fahrzeug bis zu elf andere Fahrzeuge ersetzen.“