Insolvenz

Conrad Electronic will Onlinehändler Getgoods kaufen

Foto: Patrick Pleul / dpa

Zwei Wochen nach der Pleite des Elektronikhändlers Getgoods steht ein Käufer bereit: Conrad Electronic will den Geschäftsbetrieb des Rivalen übernehmen. Die Verhandlungen stehen kurz vor Abschluss

Für den insolventen Onlinehändler Getgoods aus Frankfurt (Oder) gibt es offenbar einen Kaufinteressenten. Wie die „Märkische Oderzeitung“ berichtet, will die Firma Conrad Electronic einen Großteil von Getgoods erwerben. Die Zeitung beruft sich auf eine entsprechende Anmeldung beim Bundeskartellamt.

Wie ein Sprecher der Behörde am Donnerstag bestätigte, sei der Antrag in dieser Woche eingegangen. Das Familienunternehmen Conrad Electronic aus der Oberpfalz ist nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter für Elektronik und Technik in Europa und betreibt einen der umfangreichsten Internet-Shops.

Nach Auskunft von Christoph Möller, Sprecher des vorläufigen Getgoods-Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg, sind die Verhandlungen mit Conrad Electronic „weit fortgeschritten“. Dabei gehe es um die Übernahme des Geschäftsbetriebes von Getgoods.

Schuldenfinanzierter Wachstumskurs

Die börsennotierte Getgoods betreibt Internetplattformen wie Getgoods.de und Handyshop.de, über die Smartphones, Notebooks oder Tablets verkauft werden, dazu Unterhaltungs- und Haushaltselektronik. Das Unternehmen war überdies in den Handel mit Freizeit- und Baumarktartikeln sowie nach der Übernahme des Einkaufsklubs Pauldirekt ins Restpostengeschäft mit Mode eingestiegen.

Mitte des Monats hatte Getgoods Insolvenz gemeldet. Nach seinem schuldenfinanzierten Wachstumskurs war der in Berlin und Frankfurt (Oder) ansässige Onlinehändler in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Zuvor sollen Gespräche zur Rettung mit Investoren gescheitert sein. Von der Pleite betroffen sind 230 Mitarbeiter, 170 davon in Frankfurt (Oder). Die Mitarbeiter der Gruppe erhalten gegenwärtig Insolvenzgeld der Arbeitsagentur.

Ermittlungen gegen Getgoods-Führung

Gegen die alte Unternehmensspitze laufen derweul Ermittlungen der Justiz wegen des Verdachts auf Unterschlagung von 50 Millionen Euro und wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Aktienrecht. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) hatte das Firmengelände sowie die Privatwohnungen der Geschäftsführer der börsennotierten Getgoods AG und deren Vertriebstochter durchsuchen lassen.

( gri )