Die Deutsche Telekom bündelt ihre Zukunftsaktivitäten in Berlin. Der Telekommunikationskonzern eröffnete in den Räumen des früheren Fernamts 1 an der Schöneberger Winterfeldtstraße seine „Innovation Arena“.
Auf rund 8000 Quadratmetern arbeiten die Mitarbeiter des Start-up-Inkubators „Hubraum“, der Telekom Innovation Laboratories und der Ideenschmiede „Creation Center“ unter einem Dach zusammen. Thomas Kiessling, der Innovationschef der Deutschen Telekom, bezeichnete den neuen Campus als „Ort der Zusammenarbeit zwischen Gründerszene, Forschung und Entwicklung“. Dort kämen Leute aus allen Bereichen des Innovationsgeschäfts zusammen – vom Unternehmer bis zum Entwickler oder Designer. Er nannte das Projekt einen „Hotspot für Ideen“.
Die Winterfeldtstraße 21 wurde 1929 als Fernamt 1 eröffnet. Es war die größte Telefon-Vermittlungsstelle Europas und galt als das modernste Fernmeldeamt der Welt. In den besten Zeiten waren dort 6000 Mitarbeiter mit der Handvermittlung von Gesprächen durch das legendäre „Fräulein vom Amt“, mit der Telegrammaufnahme, der Telefonauskunft und der Zeitansage beschäftigt.
Gründer finden Umfeld für ihre Bedürfnisse
Gründer finden auf den 2000 Quadratmetern des Hubraum-Programms ein auf ihre Bedürfnisse abgestelltes Umfeld. Sie erhalten unter dem Dach der Telekom Arbeitsplätze, Beratung durch 40 Mentoren, Zugang zum Netzwerk des Konzerns und eine Startfinanzierung von bis zu 300.000 Euro. Sehr junge Unternehmen finden im sogenannten Accelerator Platz. Unternehmen, die bereits ein Produkt entwickelt haben, können in den daran anschließenden Inkubator aufgenommen werden – eine Art Brutkasten für die Weiterentwicklung ihrer Projekte.
„Wir suchen Ideen aus allen strategischen Wachstumsbereichen in allen gründungsrelevanten Gebieten“, sagte Peter Borchers, Gründer und Chef von Hubraum. Seit der Gründung im Februar 2012 haben bereits 22 Teams das jeweils zweimonatige Programm durchlaufen. Am Donnerstag stellten die sieben aktuellen Start-ups ihre Ideen vor.
Erste Teams und Produkte im Markt angekommen
Zur Zeit hat die Deutsche Telekom in ihrem Inkubator acht Portfolio-Unternehmen unter Vertrag, von denen bereits zwei eine Anschlussfinanzierung erhalten haben – darunter die Leseplattform Blinkist. „Die ersten Teams und ihre Produkte sind im Markt angekommen“, sagte Borchers stolz. Er will seinen Accelerator, der außer in Berlin in Polen (Krakau) und in Israel aktiv ist, im nächsten Jahr umbauen. Dann sollen die Programme kontinuierlich laufen, so dass mehr Teams von dem Angebot profitieren können.
Neben den Start-up-Büros bietet der Accelerator eine öffentliche Lounge mit Café und Internetzugang sowie einen Erholungsbereich für die Gründer mit Küche und „Gamer-Höhle“. Die Lounge soll auch der Berliner Start-up-Szene als Eventfläche zur Verfügung stehen.
Anregungen für neue Produktkonzepte
In den T-Labs eine Etage höher ist die Konzernforschung des Telekommunikationskonzern angesiedelt. „Hier entstand zum Beispiel das erste Firefox-Telefon mit dem offenen Betriebssystem von Mozilla – inzwischen das preiswerteste Smartphone der Welt“, sagte T-Lab-Chef Heinrich Arnold. Er zeigte auch die neue App, die das iPad zur sprachgesteuerten Fernbedienung für den Fernseher und zum zweiten Bildschirm macht, ein Steuergerät für das Internet der Dinge im Haushalt (Qivicon) und eine Lösung für Internetfernsehen ohne Set-Top-Box. Außer in Berlin forscht die Telekom in Beer Sheva (Israel) und Mountain View (Kalifornien).
Das Creation Center unter der Leitung von Julia Leihener ist als Teil der T-Labs die Ideenschmiede der Deutschen Telekom. Durch das reale Eintauchen in die Welt der Kunden erhalten die Entwickler dort Anregungen für neue Produkt- und Servicekonzepte. Bereiche dieser Abteilung sind dem Zimmer eines Teenagers oder eines alten Menschen nachempfunden, worin sich die am „Design Thinking“ orientierten Mitarbeiter auf Ideensuche begeben.




