Nach dem Onlinehändler getgoods.de Vertriebs GmbH Frankfurt (Oder) hat nun auch die börsennotierte Holding getgoods.de AG Insolvenzantrag gestellt. Das sagte am Montag eine Sprecherin des Amtsgerichts. Die Vertriebs GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der getgoods.de AG Frankfurt (Oder). An dem Standort war bis zum Nachmittag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Auf der Internetseite des Unternehmens heißt es jedoch wörtlich, „die getgoods.de, Betreiber eines deutschen Onlinehandelshauses, hat am 15. November 2013 einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht Frankfurt (Oder) gestellt“. Es sei die vorläufige Verwaltung des Vermögens angeordnet und Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff in Potsdam zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Finanzaufsicht BaFin nach der Insolvenz des Onlinehändlers „den Handel in der Aktie und der Anleihe im Hinblick auf möglichen Insiderhandel“ prüfen will. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“ mit Bezug auf eine Sprecherin der Behörde. Dort heißt es zum Hintergrund: Obwohl getgoods seine Zahlungsunfähigkeit erst am vergangenen Donnerstag verkündet hatte, sei der Kurs der Anleihe bereits von Dienstag auf Mittwoch von rund 40 auf rund 20 Prozent gefallen.

Nach der Mitteilung über die Zahlungsunfähigkeit der Vertriebs GmbH mit rund 200 Mitarbeitern hatte es in der vergangenen Woche geheißen, die Arbeit des Onlinehändlers gehe weiter. Neue Bestellungen würden zuverlässig ausgeliefert.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg will die Firma nach Möglichkeit fortführen und sanieren. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind den Angaben zufolge über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

dpa/sei