Immobilienscout24, eine Internetplattform für den Verkauf und die Vermietung von Wohnungen, feiert ihr 15-Jähriges Bestehen. Das Berliner Unternehmen war im Jahr 1998 gestartet. Es hat inzwischen 600 Mitarbeiter.
Die 10,5 Millionen Nutzer finden auf der Plattform monatlich 1,5 Millionen Immobilienangebote in zehn Ländern – darunter seit 2012 auch Singapur, Malaysia und Indonesien. „Es ist wichtig, in Schwellenländern frühzeitig dabei zu ein“, sagte Marc Stilke, CEO und Sprecher der Geschäftsführung, über das Engagement seines Unternehmens in Südostasien.
Pro Monat werden auf Immobilienscout24 ingesamt 300 Millionen Exposés abgerufen – mehr als die Hälfte mit Smartphones und Tablets. 73.000 private und 45.000 gewerbliche Immobilienanbieter nutzen die Plattform. Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen, eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom, nicht. Das Geschäftsmodell beruht auf dem Verkauf von Immobilienanzeigen, einem kostenpflichtigen Experten-Portal für und Immobilienbewertungen.
Premiumunternehmen der Digitalwirtschaft
Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) bezeichnete die Internetplattform als „Premiumunternehmen der Berliner IT- und Digitalwirtschaft“ und als ein Beispiel für eine erfolgreiche Investition des Landes Berlin. Die Plattform sei von 15 Jahren mit einer Frühphasenfinanzierung des Landes Berlin über 2,5 Millionen Euro gestartet worden.
Berlin liege mit Gründungen im Bereich der digitalen Wirtschaft deutschlandweit an der Spitze, sagte die Senatorin. Mehr als 133 Millionen Euro Wagniskapital seien im vergangenen Jahr in die Stadt geflossen – mehr als die Hälfte des Wagniskapitals ingesamt, das Deutschland erreichte. Yzer bezeichnete es als wichtig, dass Immobilienscout24 den Start-up-Brutkasten (Inkubator) „YouIsNow“ betreibt, wo seit dem Jahr 2010 innovative Technologien entwickelt werden.
Die Entwicklung neuer Produkte nimmt bei Immobilienscout24 einen breiten Raum ein. In dem Unternehmen arbeiten 100 Entwickler. Darüber hinaus gibt es eine Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut. Dort wird zur Zeit die erste Anwendung für Fernsehgeräte, die ans Internet angeschlossen sind (Smart TV), entwickelt. „Das digitale Wohnzimmer ist längst Realität geworden“, sagte Christian Henk, Chef des Produktmanagements. 59 Prozent aller neu verkauften Fernseher seien inzwischen internetfähig.
Video der Traumwohnung auf dem Fernseher
Die neue Smart-TV-App zeigt Videopräsentationen der Wohnungsangebote, Image-Filme über Wohngegenden sowie Ratgeber-Videos. Ferner können Daten zum sozialen Umfeld einer Wohngegend abgerufen werden. Die TV-App lässt sich mit wenigen Klicks mit dem Smartphone koppeln, so dass die dort gefundenen Immobilien-Exposés auch auf dem großen Bildschirm angesehen werden können. Die Fernseh-App soll im ersten Quartal 2014 live geschaltet werden.
Eine weitere Anwendung greift auf das Suchverhalten des Internetschwarms (Crowdsourcing) zurück und illustriert die Suchkonkurrenz, indem Anfragen und Angebote graphisch gegenübergestellt werden. So können Interessenten sehen, wie sich ihre Chancen verändern, wenn sie beispielsweise auf Ausstattungmerkmale verzichten. Ferner werden Alternativen angezeigt, wie man das vom Onlinehandel kennt („Wer A suchte, hat sich auch B angesehen.“).
App zeigt Entfernung zur Arbeitsstätte
In einer dritten Big-Data-Anwendung, die demnächst erscheinen wird, werden Entfernungen zwischen Immobilen und der Arbeitsstätte dargestellt. So können sich Immobiliensuchende anzeigen lassen, welche Gegenden in Frage kommen, wenn er oder sie in einer bestimmten Zeit mit dem Auto, Bahnen oder Bussen eine Wohngegend erreichen will.
Mehrere Internetportale sind auf dem Immobilienmarkt aktiv. Neben Immobilienscout24 bietet Immonet, ein Online-Angebot von Axel Springer, Wohnungen und Gebäude zum Kauf oder zur Miete an. Ferner gehören Immoweb in den Benelux-Staaten und Seloger in Frankreich zu den Immobilienportalen von Axel Springer.





