Berlin ist immer in Bewegung. Aus der schläfrigen Komfortzone der Vorwendezeit ist eine dauerpulsierende Metropole geworden. Ein Magnet, der Menschen aus Nah und Fern anzieht. Es ist die Faszination der 1000 Gesichter und 1000 Kieze dieser Stadt. Urbaner Dauer-Groove und grüne Oasen der Erholung liegen meist nur einen Steinwurf voneinander entfernt; Vordenker aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sind hier ebenso zu Hause wie Kreative, Freidenker und Nischenfinder. Berlin ist das Politik-, Musik-, Mode- und Sportzentrum Deutschlands und auch die Stadt mit dem bundesweit größten Bevölkerungswachstum, ca. 40.000 Menschen sind es pro Jahr.
Auch wächst hier die Wirtschaft schneller als im übrigen Deutschland und findet Anschluss an etablierte Regionen wie Baden-Württemberg, Bayern oder Hessen, die sich während der deutschen Teilung aufgrund unbegrenzter Entfaltungsmöglichkeiten einen gehörigen Vorsprung erarbeiten konnten. Der nach der Wiedervereinigung begonnene Strukturwandel ist abgeschlossen. Die Wirtschaft steht nun auf einer soliden Grundlage, die sich vor allem aus einem überdurchschnittlich hohen Anteil vielfältigster Dienstleistungen, einem stetig steigenden Touristenaufkommen, einer kleinen, aber nun wettbewerbsfähigen Industrie, sowie einer kreativen und immer größer werdenden Gründerszene zusammensetzt.
Alle 20 Stunden wird hier laut einer Studie der Investitionsbank Berlin eine neue Firma gegründet. Für Entrepreneure ist die deutsche Hauptstadt seit einigen Jahren aus vielen Gründen ein hochattraktives Ziel. So sind die Mieten nach wie vor wesentlich niedriger als etwa in Hamburg, München oder Köln. Dazu bietet Berlin eine quantitativ wie qualitativ hohe Konzentration von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Kreativ-Labs. Und nicht zuletzt existiert hier eine kulturelle Szene mit Weltniveau.
McKinsey bestätigt Berlin Top-Potenzial
Ganz aktuell hat McKinsey & Company Berlin beste Voraussetzungen attestiert, zur führenden Gründermetropole in Europa werden zu können. Bis 2020 könnten hier mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze durch Start-ups entstehen. Bereits heute ist Berlin der Top-Standort für Gründer in Deutschland, heißt es in „Berlin gründet – Fünf Initiativen für die Start-up-Metropole Europas“. Auf eine Betriebsgründung in München kommen 2,8 in Berlin. 2012 investierten deutsche und ausländische Wagniskapitalgeber in Berlin 133 Millionen Euro in Start-ups, in Baden-Württemberg hingegen nur 24 Millionen und in Hamburg 14 Millionen Euro. „Berlin zählt zu den obersten fünf Prozent der Regionen Europas beim Zuzug neuer Unternehmen aus dem In- und Ausland.“
Vor wenigen Wochen war Peter Thiel zu Gast in Berlin, der das Ergebnis aus eigener Kenntnis der Materie schon vorweg genommen hatte. Mehr als 300 Gründer und Investoren hingen bei einem Vortrag an den Lippen des Paypal- und Facebook-Machers und vernahmen unter anderem diese Worte: „Berlin ist der beste Tech-Standort in Europa“, so der Start-up-Guru Thiel, der einer der reichsten Männer des Silicon Valley ist.
Die Berliner Gründerszene zählt 2500 Unternehmen. Als einen der großen Vorteile sieht Florian Nöll, Vorstandsmitglied beim Bundesverband Deutsche Startups und selbst fünffacher Firmengründer, den weit über den Tellerrand hinausgehenden Blick: „Hier wird nicht nur der deutsche Markt betrachtet, sondern sehr schnell die Internationalisierung gesucht. Ich sehe die Entwicklung sehr positiv, und es gibt keinen Grund, warum sich das in absehbarer Zeit ändern sollte.“ Derzeit denke der Bundesverband über eine Intensivierung der Kontakte mit der ebenfalls starken Start-up-Szene Tel Avivs nach.
Berlin geht nach Tel Aviv
Für den Netzwerkausbau mit der israelischen Metropole setzt sich auch Berlin Partner ein. Unter anderem für Standortmarketing zuständig, werden die Wirtschaftsförderer zusammen mit Visit Berlin, dem Goethe-Institut sowie weiteren Partnern bis Mitte November in Tel Aviv zahlreiche Veranstaltungen und Events organisieren, die das Interesse an Berlin weiter steigern sollen.
„Berlin ist innovativer denn je und schafft viele neue Arbeitsplätze. Wie in keiner anderen Stadt vereinen sich hier Gründergeist, Talente, Wissenschaft und Internationalität mit einzigartiger Urbanität. Erstklassige Gewerbe- und Industriestandorte, eine exzellente Forschungslandschaft mit international konkurrenzfähigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie qualifizierte Fachkräfte“, sagt Melanie Bähr, Geschäftsführerin der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH.
Diese Vorzüge sollen (vor allem während einer intensiven Woche vom 10. bis 17. Oktober) in Tel Aviv herausgestellt werden. Melanie Bähr: „Tel Aviv gilt als Zentrum der israelischen Gründerszene. Das Land entwickelt im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viele Start-ups und akquiriert mehr als doppelt so viel Venture Capital wie die USA.“
Tel Aviv und Berlin erscheinen ein wenig wie Geschwister, die ihre Gemeinsamkeiten erst spät entdecken. „Sie verbindet Kreativität, die Liebe zur Kultur und der unbedingte Wille zum intensiven Leben. Es gibt kaum eine andere Stadt auf der Welt, die Berlin in ihrer Dynamik so nah ist. Das spüren auch die Israelis, die immer zahlreicher nach Berlin reisen“, so Burkhard Kieker, Geschäftsführer von Visit Berlin. „Allein im ersten Halbjahr kamen rund 23 Prozent mehr israelische Besucher als im Vorjahr – 36.947 waren es.“





