Diese sollen massenhaft Raubkopien des Microsoft-Betriebssystems Windows7 als Originale ausgegeben und verkauft haben. Wohnungen von Tatverdächtigen in Berlin und Halle wurden durchsucht. Das teilt der Elektronikkonzern Microsoft mit (Link). Das Zollfahndungsamt Dresden bestätigte die Durchsuchungen und die Sicherstellung einer hohen Zahl von Datenträgern. Microsoft erstattete Strafanzeige gegen das in Halle ansässige Unternehmen.

Unter Federführung der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität in Halle haben nach Angaben von Microsoft rund 100 Beamte der Zollfahndungsämter Dresden und Berlin-Brandenburg zahlreiche Geschäfts- und Lagerräume der Firma pcfritz.de sowie Privatwohnungen von Tatverdächtigen in Berlin und Halle durchsucht. Das Zollfahndungsamt wollte den Namen des Unternehmens unter Berufung auf das Steuergeheimnis nicht bestätigen.

18 Objekte von Zollfahndern durchsucht

Insgesamt 18 Objekte sollen durchsucht und einer ersten Schätzung zufolge über 100.000 verdächtige Datenträger mit Microsoft Computerprogrammen sichergestellt worden sein, die nun auf ihre Echtheit überprüft werden. Die Firma war ins Visier der Ermittler geraten, nachdem Microsoft zahlreiche von PC Fritz verkaufte Datenträger als Raubkopien identifiziert hatte. Händler hatten Microsoft in den letzten Monaten kontaktiert und sich über die verdächtigen Angebote beschwert.

Verkauf der Datenträger weit unter Marktpreis

„Der Erfolg ist auch auf die gute Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden zurückzuführen“, kommentiert Joachim Rosenögger, Ermittlungsleiter Produktpiraterie bei Microsoft, die Großaktion der Staatsanwaltschaft. Das Unternehmen sei erleichtert, dass dem Treiben vorerst ein Ende gesetzt worden sei.

Firma wegen „technischer Probleme“ nicht erreichbar

Eine Stellungnahme von PCFritz liegt bislang nicht vor. Auf der Website heißt es, das Unternehmen sei „aufgrund technischer Probleme“ telefonisch nicht zu erreichen. Eine Anfrage über Facebook blieb unbeantwortet, Telefonanrufe endeten in einer Warteschleife.

Update (20.9.2013): PCFritz äußert sich einen Tag nach Bekanntwerden der Durchsuchung auf seiner Facebook-Seite zur Strafanzeige von Microsoft mit den Worten „Die pcfritz.de Onlinestore GmbH verwehrt sich gegen die erhobenen Vorwürfe“ und verweist auf die Stellungnahme ihres Geschäftsführers in einem Branchenmagazin.