Wooga geht unter die Spiele-Publisher. Das kündigte Gründer Jens Begemann am Dienstag an. Wooga will Entwicklern helfen, ihre Spiele einer großen Zahl von Nutzern zugänglich zu machen. „Wir bringen die Expertise mit, verfügen über die Infrastruktur und mit 50 Millionen monatlichen Nutzern auch über die Sichtbarkeit auf dem Markt“, sagte Begemann. „Wir versuchen, Anschubhilfe zu leisten.“
Erster Entwicklungspartner wird das Unternehmen Tactile Entertainment aus Kopenhagen sein. Das Spiel „Airheads Jump“ erscheint im September für das iPhone und Android-Smartphones.
Wooga hat vor allem die „Free to Play“ genannten Gratisspiele für die Vermarktung im Visier, die kostenlos aus den App-Stores heruntergeladen werden können. Aus diesem Markt ist es für Entwickler besonders schwierig, Aufmerksamkeit zu erhalten. Denn jeden Monat erscheinen in Apples App-Store und bei Google Play jeweils 4000 Spiele.
Neues Puzle-Spiel „Jelly Splash“ im August
Herkömmliche Vermarktungsstrategien funktionieren bei Free-to-Play-Spielen und bei mobilen Spielen nicht. „Unsere Arbeit beginnt erst nach dem Publishing“, sagte Begemann. Spiele würden immer weiter entwickelt. 70 Prozent des Aufwandes falle nach der Veröffentlichung an.
Begemann kündigte das neue Puzzle-Spiel „Jelly Splash“ an, das Wooga selbst entwickelt und im April intern gelauncht habe. Alle Mitarbeiter des Unternehmens haben Test-Versionen erhalten. „Das Nutzungsverhalten hat uns sehr überrascht. Unsere Mitarbeiter haben 3000 Stunden über 110.000 Runden gespielt“, sagte Begemann. „Überwiegend nach Feierabend“, wie er anmerkte. „Ich habe so eine Aktivität noch nie erlebt.“
App startet in 20 Sprachen und auf drei Plattformen
Jelly Splash kommt am Launchtag in 20 Sprachen – alles in einer App und in kurzen Abständen für alle drei großen Plattformen (iOS, Android, Facebook). Der Spielstand wird immer synchronisiert, egal mit welchem Gerät der Nutzer zuletzt spielte.
Begemann sieht sein neues Geschäftsfeld nicht als Angriff auf die Spielevermarkter Hitfox und GameGenetics. „Sie verkaufen Werbeplätze. Aber Publishing geht weiter“, sagt er. Die Spiele der Drittanbieter werden unter der Wooga-Marke angeboten. Als Gegenleistung müssen die Entwickler einen Umsatzanteil abgeben, dessen Höhe Begemann aber nicht nennen will.
Zyngas Krise ist hausgemacht
Zur Krise von Teilen der Spielebranche sagte der Wooga-Gründer: „Der Spieleentwickler Zynga ist in einer schwieriger Situation.“ Er hält die Probleme des Marktführers für hausgemacht. Sie hätten das Thema Smartphone-Spiele nicht gut angefasst. „Wir haben 2011 den ersten Euro Umsatz mit mobilen Spielen gemacht. Heute ist das die Hälfte“, sagte Begemann. „Wir gehen dahin, wo unsere Nutzer sind.“ Aber das sei mit 3000 Mitarbeitern wie im Falle von Zynga schwierig. Bei Wooga hingegen seien die Entwicklerteams klein und ihre kreative Freiheit groß.
Der Wooga-Gründer versicherte, sein Unternehmen bleibe Entwickler. „Aber wir haben eine große Reichweite und eine gute Infrastruktur. Warum sollen wir das nicht weiterentwickeln“, sagte Begemann. Er wolle die Ressourcen seines Unternehmens besser nutzen.















