Foto-Apps

Berliner Fotoplattform EyeEm hängt Instagram ab

Die Facebook-Tochter hat viele Nutzer offenbar dauerhaft verärgert. Sie laufen in Scharen über zu der Berliner Konkurrenz.

Foto: Jürgen Stüber

Die Berliner Fotoplattform EyeEm profitiert weiter von Instagrams handstreichartigem Versuch, die Urheberrechte für die Fotos seiner Nutzer an sich zu reißen. Verärgerte Kunden laufen in Massen über: EyeEms Foto-Sharing-App gehört mittlerweile zu den am meisten in den USA heruntergeladenen Apps. Und: das Angebot der Berliner liegt in den Rankings deutlich vor der Instagram-App. Die Apps für Smartphones und Tablets helfen dem Nutzer beim Senden, Empfangen und Bearbeiten (Filtern) von Bildern, die ihn interessieren.

Schon im Morgenpost-Interview Anfang Januar hatte EyeEm-Gründer Florian Meissner von zweistelligen Zuwachsraten berichtet, seit die Facebook-Tochter Instagram im Dezember die Geschäftsbedingungen ändern wollte. Die umstrittensten Passagen wurden mittlerweile zurückgenommen, doch die Nutzer scheinen dauerhaft verägert. „Davon haben wir sehr stark profitiert“, sagte Meissner: „Wir wachsen um 30 Prozent.“ Absolute Zahlen nannte er nicht. Die Multiplattform-App wurde nach Informationen von „TechCrunch“ wurde bis dahin mehr als eine Million Mal heruntergeladen.

Ansturm der Nutzer überlastet Server von EyeEm

Jetzt gibt es belastbare Zahlen: die EyeEm-App ist unter allen kostenfreien Apps auf Platz 11 der US-Charts geschnellt. Im speziellen Segment der Foto- und Videodienste liegt EyeEm auf Platz 2 – hinter Youtube. Das bedeutet, dass täglich mehrere zehntausend Nutzer die App herunter geladen haben. Instagram folgt erst an fünfter Stelle des Rankings.

Für die Berliner ein immenser Erfolg, der sie selbst überrascht hat. Im firmeneigenen Blog entschuldigt sich das Team für aktuell überlastete Server wegen zahlreicher Neuanmeldungen.

Zahl der aktiven Nutzer bei Instagram hat sich halbiert

Instagram dagegen soll einen erheblichen Nutzereinbruch erlitten haben. Wie der Branchendienst t3n berichtet, soll die Zahl der aktiven Nutzer des von Facebook im vergangenen Jahr übernommenen Fotodienstes um mehr als die Hälfte eingebrochen sein – von über 16 Millionen Mitte Dezember auf aktuell knapp 7,5 Millionen.