US-Präsident Barack Obama dürfte sich längst daran gewöhnt haben, von seiner Frau Michelle modisch abgezockt zu werden. Er teilt das Schicksal schließlich mit allen Anzugträgern, die aus Berufsgründen gerade mal beim Einstecktuch variieren können. Nicht anders läuft es auch beim Berlin-Besuch der Präsidentenfamilie ab. Das zeigte sich schon, als die „Air Force One“ Dienstagabend in Tegel landete.

In der Kabinentür erschien Barack Obama mit der jüngsten Tochter Sasha (12) an seiner Seite. Der Präsident winkte. Doch dann: Auftritt Mrs. O. Sie erschien kurz hinter ihrem Mann, trug eine flatternde, weit geschnittene schwarze Hose, die fast wie ein Rock aussah, darüber ein ebenfalls schwarzes Wickeltop und glänzende Pumps. Komplett wurde ihr Outfit durch den Gürtel mit Nieten von Azzedine Alaïa, eine ihrer Lieblingsmarken. In dem Aufzug hätte man sie am liebsten sofort in den Grill Royal gefahren. Stattdessen musste sich Michelle Obama über den Lieferanteneingang ins Ritz-Carlton schleichen.

Malia mit süßem Hippie-Style

Michelle Obama hielt die Hand ihrer ältesten Tochter Malia (14), als sie die Gangway hinunter schritt. Malia ist an Grenze zum Teenager-Alter, in dem jeder Heranwachsende normalerweise die größten Fehler begeht, die der Kleiderschrank zu bieten hat. Bei Malia sieht es dagegen so aus, als könnte sie ganz gut durch diese Phase kommen. Zumindest wenn sie weiter macht wie bisher. Bei der Ankunft in Berlin trug sie ein weißes Kleid, dazu halbhohe schwarze Stiefel und ein dunkles Hemd. Vermutlich wäre ihr eine grüne Armyjacke lieber gewesen, das hätte ihren allzu süßen Hippie-Style perfekt gemacht, doch das kann sie sich als Tochter des US-Präsidenten nicht erlauben. Aber hier wächst eindeutig ein wunderhübscher Hipster heran. Das sah man am nächsten Tag, als sie zur braunen Skinny-Hose eine hellblaue Jeansbluse mit Rundkragen anhatte. Damit hätte sie sofort zum Eisessen die Auguststraße entlang schlendern können.

Sasha mit neongelben Ballerinas und zitronengelber Sonnebrille

Ihre jüngere Schwester Sasha hatte bei der Ankunft in Berlin ein schwarz weiß gemustertes Kleid an und neongelbe Ballerinas. Damit verhielt sie sich exakt wie jedes andere Mädchen ihres Alter. Denn irgendwann in diesem Frühjahr muss es eine geheime Verschwörung gegeben haben, bei der sich alle kleinen Mädchen entschlossen haben, Ballerinas in dieser Saison nur noch in Neonfarben zu tragen. Die schwarzen, braunen und roten Ballerinas, die zuvor immer gut genug waren, bleiben in diesem Sommer meist im Schrank. Man sieht an Mädchenfüßen fast nur noch Neongelb, Pink oder knalliges Orange. Sasha wählte also Neongelb und suchte sich dazu noch eine Kette in der gleichen Farbe aus. Das scheint in diesem Sommer ihre Farbe zu sein. Denn während sie zusammen mit ihrer Mutter und Schwester Malia am Mittwoch Berlin besucht, hat sie eine zitronengelbe Sonnebrille im Ray-Ban-Verschnitt dabei.

Und Barack Obama? Der Präsident der Vereinigten Staaten, der erste Mann der größten Volkswirtschaft der Welt, der ein eigenes Flugzeug zur Verfügung hat und dessen Auto sich fernsteuern lässt? Barack Obama trug bei der Ankunft in Berlin mit seiner Frau und den beiden Töchtern ein „very big smile on his face“, was allen stolzen Familienvätern immer am besten steht.