Berlin Marathon

Die Doppelstarter erlebten den Berlin-Marathon gleich zweimal

Gleich zweimal ans Ziel kamen die Doppelstarter des Berliner Marathons – sonnabends auf Rollen, sonntags zu Fuß. Ehrgeiz ist nur einer der Gründe, warum Sportler sich das antun.

Foto: Christian Kielmann

Laien fragen sich, warum sie das tun. Als wenn es nicht reichen würde nur in einer Disziplin die 42,195 km Lange Marathonstrecke zu bewältigen. Aber sie sind durchtrainiert und durchaus ehrgeizig, die sogenannten Doppelstarter, die am Sonnabend erst den Parcours auf Inlineskatern hinter sich brachten und am Sonntag per pedes durch die Stadt rannten. „Das ist ein ganz anderes Gefühl, die Strecke zweimal zu laufen“, sagte Ulla Hingst am Sonnabend, nachdem sie eine Stunde, 20 Minuten und vier Sekunden geskatet war.

Mit diesem Ergebnis war die Rechtswissenschaftlerin mehr als zufrieden. Am Sonnabend im Schnelldurchlauf die Stadt erleben und am Sonntag beim Rennen die Stadt genießen. Das mache den Unterschied. Die bunten Verkleidungen wahrnehmen, Kinderhände schütteln, Musik hören.

Die 40-Jährige aus Lübeck startete schon zum achten Mal in Berlin, davon fünf Doppelstarts. Und die immer mit einem guten Freund. „Dieses Erlebnis schweißt eine Freundschaft zusammen“, schwärmte die sportliche Frau. „Wir starten zusammen, wir warten aufeinander und wir kommen zusammen ins Ziel.“ Am Sonntag dauerte es drei Stunden, 50 Minuten und 33 Sekunden bis das Freundespaar aus Lübeck die Ziellinie am Brandenburger Tor überquerte.

Auf Rollen ging’s natürlich schneller

Dirk Hupe lief die Strecke am Sonntag in drei Stunden, 42 Minuten und 53 Sekunden. Auf Rollen brauchte er eine Stunde, zwölf Minuten und sechs Sekunden. Mit dem Ergebnis war der 46-Jährige aus Rheinstetten nicht so zufrieden. „Ich bin recht zeitig aus der Spitzengruppe rausgeflogen“, sagte er nach dem Speed-Skater-Rennen. „Die andere Gruppe war dann langsamer und da kam ich nicht mehr raus.“ Eine Enttäuschung für den Logistiker, der sich vor knapp zwei Wochen in Salerno den Weltmeistertitel in der Altersklasse U50 sichern konnte.

Für ihn war der 40. Berlin Marathon der vierte Doppelstart, über zehn Mal war er beim Inlineskating dabei. Eigentlich hatte er sich nur noch seinem Sohn zuliebe auf den Doppelstart eingelassen. „Ich war nicht so gut im Lauftraining, weil ich mich auf die Inlineskater-WM vorbereitet habe“, erzählte er. Dann wurde der Sohn krank, die Anmeldung lief jedoch und Dirk Hupe biss in den sauren Apfel. Mit dem Gesamtergebnis konnte er jedoch zufrieden sein. Dafür hatte er auch hart trainiert, sechs Tage die Woche, Skaten im Verein, Laufen allein. Der amtierende U50-Weltmeister muss sich nicht fragen, warum er das tut.