Berlin Marathon

Die Kleinsten laufen als Erste beim Berlin Marathon

Kinder eröffnen das Marathon-Wochenende mit dem Bambini-Lauf. Beim Rennen der (erwachsenen) Inline-Skater bricht am Nachmittag ein Teilnehmer zusammen und stirbt.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Kinder an der Startlinie zurückzuhalten, ist kein leichtes Unterfangen. Zumal sie aufgeregt auf den Startschuss warten, Eltern noch viel aufgeregter am Streckenrand stehen und es womöglich der erste Wettkampf der Nachwuchssportler ist. 1060 Kinder bis zu einem Alter von zehn Jahren sind am Sonnabend beim Bambini-Lauf auf dem Vorfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof an den Start gegangen. Von 11 Uhr an sind sie je nach Alter Strecken von 500 bis 1000 Meter gelaufen, gestolpert oder getrödelt. Mittendrin sorgte SCC-Maskottchen „Friedolin Flink“ für Stimmung. Wie beim richtigen Marathon wurde kurz vor dem Start laute Musik gespielt, dann gab es den gemeinsamen Countdown. Kaum war ein Startschuss gefallen, rannten die Kinder los, die Eltern jubelten auf der anderen Seite der Absperrgitter, zückten Handys und Fotoapparate. „Ich habe gewonnen“, sagte Tim, und schlenkerte stolz mit seiner Medaille. Der Vierjährige saß auf der Schulter seiner Mutter. Er hatte als erster Läufer in seiner Altersklasse das Ziel erreicht. Die sechsjährige Schwester Laura war auch an den Start gegangen. „Vielleicht laufe ich im nächsten Jahr beim Mini-Marathon mit“, überlegte sie nach dem Wettkampf über 1000 Meter. Die Eltern Anita Pauli und Thorsten Röder laufen auch in ihrer Freizeit, aber nicht am Marathon-Wochenende.

Ebenfalls am Sonnabend rollten knapp 6300 Inline-Skater über die Startlinie auf der Straße des 17. Juni. Um 15.30 Uhr fiel der Startschuss. Seit 1997 gehört der Lauf der Inline-Skater zum Marathon-Wochenende in Berlin. Sieger des diesjährigen Skater-Laufs ist der Belgier Bart Swings. Der Vorjahreszweite knackte mit einer Bestzeit von 0:59:28 zudem als Erster in der Geschichte des Berlin-Marathons die Einstunden-Marke. Bei den Frauen rollte Manon Kamminga aus den Niederlanden nach 1:09:58 als Erste ins Ziel ein.

Überschattet wurde das Sportereignis durch den Tod eines 71 Jahre alten Skaters. Die Feuerwehr wurde nach eigenen Angaben um 16.43 Uhr wegen eines Notfalls am Kottbusser Tor alarmiert. Die Rettungskräfte brachten den Mann ins nahe gelegene Urbankrankenhaus. Ob er in der Klinik oder bereits auf dem Weg dorthin starb, war zunächst unklar, ebenso die Todesursache.

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