Für viele Kinobesucher ist es ein ­Ritual: Mit der Eintrittskarte fürs Filmvergnügen wird die obligatorische Tüte Popcorn geordert. Bei den meisten Lichtspielhäusern folgt dann die Frage: süß oder salzig? Christopher Peters, „schon immer großer Fan von Popcorn“, gab sich lange notgedrungen mit der Auswahl zufrieden. Doch intuitiv wusste er: Da geht mehr.

Die Bestätigung erhielt er, als er beruflich in den USA unterwegs war. „Da war Popcorn als Snack auch außerhalb des Kinos angesagt, in verschiedensten Variationen.“ Nach seiner Rückkehr saß Christopher wieder einmal in seinem Lieblingscafé in Prenzlauer Berg. „Könnt ihr euch vorstellen, mal mit Popcorn zu experimentieren?“, wollte er von dessen damaligen Betreibern Lucie Krautien und André Göbel wissen. Konnten sie. Schließlich haben beide ihre beruflichen Wurzeln in der Gastronomie.

Auf dem Naschmarkt in der Markthalle Neun brachten sie ihre ersten Kreationen testweise unters Volk. Nach wenigen Stunden war alles restlos vernascht – und für Christopher, Lucie und André die Entscheidung gefallen: Gemeinsam gründeten sie die „Popkornditorei Knalle“. Um dem knackigen Popcorn den passenden Look zu verpassen, holten sie sich Johannes Laue als Creative Director mit an Bord. Das ist sieben Jahre her.

Statt kalorienreiches Fett bringt heiße Luft den Mais zum Poppen

Heute gibt es die vielfältigen „Knalle“-­Kreationen nicht nur im eigenen Laden in Prenzlauer Berg, sondern auch im KaDeWe sowie in ausgewählten Feinkostläden und Getränkemärkten in ganz Deutschland. Außerdem kann man „Knalle“-Popcorn in der Astor Film Lounge in Berlin und bei „König der Löwen“ in Hamburg knabbern. „Mit weiteren Musical-Häusern, Kinos und großen Sälen sind wir im Gespräch“, sagt PR-Mann Oliver Bähr.

Bei der „Popkornditorei Kalle“ wird unter strengen Hygienebedingungen produziert.
Bei der „Popkornditorei Kalle“ wird unter strengen Hygienebedingungen produziert.© Ganz in Weise

Doch was unterscheidet „Knalle“-Popcorn vom altbekannten Kino-Klassiker? „Unser Mais wird nur mit heißer Luft gepoppt und nicht mit Fett“, erklärt Bähr. So bleibe das Maisaroma unverfälscht erhalten. „Außerdem benutzen wir Mushroom-Mais, der rund aufpufft und besonders gut zum Karamellisieren geeignet ist.“

Das Karamellisieren ist der Dreh- und Angelpunkt in der „Knalle“-Backstube in Marzahn. Je nach Kreation werden die aufgepufften Popkörner in der Manufaktur süß, süß-salzig, salzig-herzhaft oder pikant ummantelt. Sechs Sorten sind immer verfügbar, hinzu kommen saiso­nale und limitierte Editionen. Zum Sortiment gehören so ausgefallene Kreationen wie Butterkaramell Tahiti-Vanille, Dunkle Schokolade Geröstete Mandel, Erdnussbutter Salzkaramell oder Malabar-Pfeffer Meersalz. Eine der bestverkauften Sorten sei Weiße Schokolade Salzbrezel, sagt Bähr. Sein persönlicher Favorit ist Nougat Piemonteser Hasel­nuss. Das sei eine so vollmundige süße Kreation, „die drückt einen richtig in die Couch“.

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Seit mehr als zwei Jahren ist Knalle klimaneutral

Immer wieder lässt sich Lucie Krautien, die als gelernte Köchin und Patis­seurin in der Backstube das Sagen hat, auch Neues einfallen. Gerade erst wartete die „Popkornditorei“ mit einer neuen Sorte auf: Trüffel Fleur de Sel. Das sei eine Herausforderung gewesen, den Geschmack des handverlesenen „schwarzen Goldes“ aus Italien in der Hitze des Backofens zu bewahren, sagt Bähr. „Das ist außerdem unsere erste Kreation, bei der wir komplett raus sind aus der Süße.“

So sieht der Mais vor der Verarbeitung aus.
So sieht der Mais vor der Verarbeitung aus. © Ganz in Weise

Über die Jahre ist nicht nur das Sorti­ment, sondern auch das „Knalle“-­Team gewachsen. Zwei Dutzend Leute sind heute in Produktion und Verkauf tätig. Eingetütet und für den Versand vorbereitet werden die Pop-Pralinen von Mitarbeitern der Berliner Mosaik-Behindertenwerkstätten. „In der Werkstatt in Mitte gibt es ein extra für uns geschaffenes Abfüll-Quartier“, sagt Bähr. Anschließend werden die Tüten in der Mosaik-Werkstatt in Reinickendorf mit Chargennummern versehen und in einem ­Warenwirtschaftssystem verwaltet. Die Zusammenarbeit mit Mosaik funktioniere super. „Wir haben kurze Wege, und die soziale Einrichtung bietet Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, entsprechend ihren Fähigkeiten zu arbeiten.“

Stolz ist man bei der „Popkornditorei“ darauf, seit mehr als zwei Jahren klimaneutral zu sein. „Die durch uns entstehenden Treibhausgasemissionen werden vollständig mit anerkannten internationalen Klimaschutzprojekten ausgeglichen“, sagt Bähr. Aktuell sind das Projekte in Malawi und Peru.

Popkornditorei Knalle Raumerstr. 32, Prenz­lauer Berg, Tel. 42 14 39 97, Mi.–Fr. 13–19 Uhr, Sbd. 11–16 Uhr, knalle.berlin

Hier gibt es in Berlin Süßigkeiten aus aller Welt – eine Auswahl

  • Herr Nilsson Godis Süßigkeiten aus Schweden, Wühlischstr. 58, Friedrichshain, Tel. 54 59 45 85, Mo.–Mi. 13–18 Uhr, Do.+Fr. 13–18.30 Uhr, Sbd. 12–18 Uhr, www.herrnilsson.com
  • Bonbonmacherei Bonbons aus eigener Herstellung, Oranienburger Str. 32, Mitte, Tel. 44 05 52 43, Mi.–Sbd. 12–19 Uhr, www.bonbonmacherei.de
  • Rausch Schokoladenhaus Edle Pralinen und Zuckerwerk, Charlottenstr. 60, Mitte, Tel. 75 78 80, Mo.–Sbd. 10–19 Uhr, So. 12–19 Uhr, www.rausch.de
  • Sugafari Kuriose Süßigkeiten Kopenhagener Str. 69, Prenzlauer Berg, Tel. 95 60 97 13, Mo.–Fr. 14–19.30 Uhr, Sbd. 11–18 Uhr, www.sugafari.com
  • Aseli Store Traditionelle Speckmäuse, Rosenthaler Str. 40/41, Mitte, Tel. 25 76 64 49, Mo.–Sbd. 10.30–16.30 Uhr, www.aseli.de
  • Sawade Pralinen und Schokolade, Friedrichstr. 166, Mitte, Tel. 43 00 69 60, Mo.–Sbd. 11–19 Uhr, www.sawade.berlin
  • Süßkramdealer Süßwaren, Schokoladen, Varziner Str. 4, Schöneberg, Tel. 85 07 77 97, Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sbd+So. 10–19 Uhr, www.suesskramdealer.de

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