Frankfurt (Oder)

Im Kofferraum geschleuster Kater findet neues Zuhause

Sie waren unzertrennlich – jetzt sind sie es für immer: Dimitri K. aus Georgien reiste zusammen mit seinem Kater illegal nach Deutschland ein. Das Tier wurde nun an eine neue Besitzerin vermittelt.

Sie waren unzertrennlich: Dimitri K. aus Georgien und sein rot-weißer Kater. Gemeinsam reisten sie im Kofferraum eines Autos versteckt nach Deutschland ein. Bundespolizisten entdeckten die beiden in der Nähe von Frankfurt (Oder). Dimitri K. wurde vorläufig in Gewahrsam genommen, sein Kater in eine Tierpension nach Frankfurt (Oder) gebracht.

„Mann mit Katze von Riga nach Frankfurt (Oder) im Kofferraum geschleust.“ So begann die Meldung der Bundespolizei am 2. April dieses Jahres. „Beamte der Bundespolizei verhinderten die Einschleusung von sechs georgischen Staatsangehörigen. Einer der Geschleusten hatte sich mit seiner Katze im Kofferraum versteckt.“ Mit diesen zwei Sätzen wurde das Ende einer illegalen Einreise einen Tag zuvor in die Bundesrepublik Deutschland beschrieben.

Der Kater und sein Besitzer waren von der lettischen Hauptstadt Riga über Litauen, Polen bis nach Deutschland im Kofferraum eines Autos unterwegs. Ungefähr 70 Kilometer vor Berlin endete die Reise für Besitzer Dimitri K. und seinen Kater. Der Georgier wurde in die Zentrale Erstaufnahme nach Eisenhüttenstadt gebracht, der kastrierte Kater fand in der Tierpension Egerer in Frankfurt (Oder) Unterkunft.

Tägliche Anrufe beim Dolmetscher blieben ohne Erfolg

Doch die Trennung war für Dimitri K. unerträglich. Mit Hilfe eines Dolmetschers nahm er Kontakt zur Tierpension Egerer auf. „Er ließ uns wissen“, so Besitzer Dirk Egerer, „dass er das Tier unbedingt wieder zu sich holen wolle, er werde auch für sämtliche Kosten aufkommen.“ Und so nahm Egerer das Tier erst einmal als möglichen Vermittlungskandidaten aus den Akten.

Egerer beschreibt den kastrierten Kater als sehr kluges Tier: „Schon nach drei Tagen kannte Georg, so haben wir den Kater wegen der Herkunft seines Besitzers getauft, den Weg durch die Katzenklappen ins Freigehege.“ Er fordere den ganzen Tag seine Streicheleinheiten, beschreibt der Besitzer des Tierheims den rot-weißen Kater. „Der Tierarzt hat ihn geimpft und sein Alter auf ungefähr zwei Jahre geschätzt.“

Egerer wollte gegenüber dem Georgier Wort halten. „Ich habe täglich versucht, den Dolmetscher anzurufen. Leider ohne Erfolg“, sagte Egerer. Nach eigenen Angaben hätte er Kater Georg in den vergangenen Wochen schon mehr als 20-mal vermitteln können. Am Freitag wurde dann die vorläufige Trennung von Dimitri K. und Kater Georg zur endgültigen.

Tierpensionschef Egerer hat das Tier weitervermittelt. „Er ist jetzt bei einer Frau, die ihn in den vielen Wochen täglich besucht und ihn in ihr Herz geschlossen hat“, sagt Egerer. Über das weitere Schicksal von Dimitri K. ist ihm nichts bekannt.