Die Vergleiche mit dem BER wären schnell herangezogen: Die „Mall of Berlin“, die am Leipziger Platz entsteht, wird später eröffnen als geplant. Unter anderem soll es Verzögerungen beim Bau der Brandschutzanlage geben. Ursprünglich war eine Eröffnung des Einkaufszentrums für den 30. Mai geplant.
Doch der Flughafen-Vergleich hinkt, denn für den Bau der Mall auf dem ehemaligen Wertheim-Areal wird kein Steuergeld verbraucht. Niemandem wird mehr daran gelegen sein, die Baustelle zu beenden, als dem Investor Harald Huth selbst, der rund 800 Millionen Euro in die Errichtung des Stadtquartiers gesteckt hat. „Im Moment ist es noch eine Sache zwischen Mietern und Vermietern“, sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Und tatsächlich war der geplante Eröffnungstermin Ende Mai der Öffentlichkeit nicht kommuniziert worden, Kunden können nicht enttäuscht werden.
Die rund 270 Mieter der Ladenflächen haben ein Schreiben von Harald Huth erhalten, in dem sie von der Verschiebung informiert wurden. Auch Mieter Schahied Herbawi hat das Schreiben erhalten. „Genaue Gründe werden nicht benannt“, sagt der Gründer der Modekette Fast Forward, „die letzten Informationen waren, dass viele Mieter die Fertigstellung bis zum 30. Mai nicht gewährleisten können.“ Das sei jedoch bei aktuellem Baustand aus seiner Sicht kein Mieterverschulden. „Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um pünktlich mit dem Ausbau fertig zu werden“, so Herbawi.
Der Termin wurde schon einmal verschoben
Nils Busch-Petersen warnt vor einer zu großen Aufregung. „Jahrzehntelang lag das Gelände brach. Jetzt wagt sich jemand daran, der das auch gut machen wird. Dann sollte man auch ein bisschen Geduld walten lassen.“ Solche Eröffnungen seien immer auf Kante genäht. Doch die Mieter kostet die Geduld Geld. „Eine Verschiebung verursacht nicht nur erhebliche Unkosten, sondern trifft auch General- und Subunternehmer schwer“, sagt Herbawi. Es ist nicht das erste Mal, dass der Termin nicht eingehalten wird. Bei der letzten Verschiebung im April war der Brandschutz Schuld. Ob dieses Problem jetzt bereits gelöst ist, ist unklar. Der Investor Harald Huth war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er sei auf der Baustelle unterwegs, hieß es aus seinem Büro.




