Vier Wochen zu Fuß gehen oder mit dem Elektroauto fahren – nachdem das Mobilitätsprojekt kurzerhand vom Pankower Bezirksamt für den Helmholtzplatz gekippt wurde, soll jetzt in Tempelhof-Schöneberg ein passendes Wohngebiet für das Experiment gefunden werden.
Stadtentwicklungsstadträtin Sybill Klotz (Grüne) will den Antrag unterstützen. Das Gebiet sollte nicht zu groß sein, die Bewohner dem Thema Nachhaltigkeit und Ökologie sowie Mobilität aufgeschlossen gegenüberstehen. „Das Projekt wäre auf jeden Fall ein absoluter Gewinn für Berlin, denn Berlin möchte ja gern eine Vorreiterrolle bei der E-Mobilität spielen“, sagt sie. Aus ihrer Sicht vergibt Pankow eine große Chance mit der Ablehnung des Projekts.
Klotz’ Kollege Daniel Krüger (CDU) hingegen winkt ab: „Ich sehe uns personell gar nicht in der Lage, um 2015 ein vierwöchiges Festival ins Leben zu rufen.“ Der Bezirk sei bereits von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für ein Elektro-Car-Sharing-Projekt im Rahmen des Programms „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt worden, das im Bereich der Steglitzer Schloßstraße und der Friedenauer Rheinstraße angesiedelt sei. Am Breslauer Platz seien deshalb Elektroladesäulen installiert worden.
BVV berät am 21. Mai
Krüger sagt, er möchte die Auswertung dieses Pilotprojekts erst abwarten. „Wir können voraussichtlich im kommenden Jahr anhand der Analyse sehen, wie sich dieses Angebot auf das Mobilitätsverhalten der Bürger auswirkt.“ Krüger rät auch angesichts des zweiten Pilotprojekts im Bezirk abzuwarten. Mit dem Umbau der Maaßenstraße als Begegnungszone soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Für ein drittes Pilotprojekt sieht Krüger „personell keine Kapazitäten“.
Das Tiefbauamt stehe innovativen Lösungen aufgeschlossen gegenüber. Doch um den „Anspruch der Teilnahme zu erfüllen und die Bürgerschaft mitzunehmen, bedarf es einer guten Vorbereitung, für das uns das Personal fehlt“, so Krüger. Die Diskussion über das Festival in Pankow sei auch noch nicht beendet, dort sei man mit den Vorbereitungen weiter.
Die Grünen-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung hat einen Antrag für die Sitzung am 21. Mai 2014 eingebracht. Das Bezirksamt soll Chancen für einen abgasfreien Kiez prüfen, in dem Elektroautos und E-Bikes einen Monat lang freie Fahrt hätten.




