Die Zahl Jugendlicher mit Migrationshintergrund, die eine Ausbildung im öffentlichen Dienst Berlins, der Verwaltung und den Betrieben mit Landesbeteiligung machen, ist in den vergangenen acht Jahren kontinuierlich gestiegen. Das zeige, dass der Claim, mit dem Berlin sich und seine Vielfalt präsentiert, funktioniere, sagte Berlins Integrationsbeauftragte Monika Lüke.

So stieg der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund im Jahr 2013 um 2,1 Punkte auf 20,5 Prozent.

Lüke schreibt diesen Erfolg der Kampagne „Berlin braucht dich!“ zu, die 2006 vom Senat ins Leben gerufen wurde. Mit dem Ziel, den Anteil von Auszubildenden nichtdeutscher Herkunft beim Land Berlin an den Bevölkerungsanteil von Migranten in Berlin, der bei etwa einem Viertel liegt, anzugleichen – und somit an die Berliner Realität. Gelungen ist dies allerdings noch nicht ganz.

Aktuell haben also etwa 20 Prozent der entsprechenden Azubis einen Migrationshintergrund, bei den Betrieben mit Landesbeteiligung sind es 22,6 Prozent.

Ganz vorn liegen dabei die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG): Drei von zehn Azubis haben dort einen Migrationshintergrund. Der Klinikbetrieb Vivantes folgt mit einer Quote von 26,4 Prozent.

Berliner Polizei liegt mit vorn

Auch die Polizei gehört zu den Spitzenreitern in Berlin: Dort kam fast jeder Vierte (22,8 Prozent) der neuen Auszubildenden aus einer Einwandererfamilie. Die Senatsverwaltungen erreichten ebenfalls ihr Ziel, ein Viertel ihrer Auszubildenden aus Migrantenfamilien zu rekrutieren. Lüke: „Das finde ich wichtig, gerade weil die Polizei staatliche Gewalt ausübt.“

Auch in den Bezirksämtern steigt die Quote. Vor allem in den Außenbezirken haben sich die Zahlen seit 2006 mehr als verdoppelt. Ganz vorne liegt Spandau mit 50 Prozent und Marzahn-Hellersdorf mit 43 Prozent Azubis mit Migrationshintergrund. Bei Letzterem sei man gezielt gegen die Jugendarbeitslosigkeit vorgegangen, erläuterte Lüke. Es folgen Tempelhof-Schöneberg (35 Prozent), Friedrichshain-Kreuzberg (33,3 Prozent) und Neukölln (29,4 Prozent).

Im Rahmen der Initiative arbeiten bislang rund 30 Schulen mit mehr als 40 Betrieben, Bundesbehörden, Bezirksämtern und Senatsverwaltungen zusammen.

Einen leichten Rückgang und damit noch ein Defizit stellte die Integrationsbeauftragte bei den neu eingestellten Studierenden im Öffentlichen Dienst fest. Ihr Anteil sank 2013 im Vergleich zum Vorjahr von 18,2 auf 17,5 Prozent. Von den neuen sogenannten dualen Studenten in Landesbetrieben, die berufsbegleitend studieren, hatten nur 8,3 Prozent einen Migrationshintergrund.

cn/dpa/sei