Die Berliner haben immer weniger Vertrauen in die Arbeit des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. Die Zufriedenheit der Wähler mit dem Sozialdemokraten ist im Berlin Trend der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau erneut deutlich gesunken.

Nur 20 Prozent der Befragten sind der Ansicht, Wowereit solle bei den nächsten Wahlen zum Abgeordnetenhaus erneut als Spitzenkandidat der SPD antreten und so versuchen, wieder ins Rote Rathaus einzuziehen.

Zwei Drittel der Berliner wünschen sich, dass die SPD für die Wahlen im Jahr 2016 einen anderen Spitzenkandidaten aufstellt. Eine Mehrheit der Befragten ist dafür, die Nachfolgefrage rasch zu klären. 35 Prozent sagten, die SPD solle sich noch in diesem Jahr, also 2014 entscheiden. 28 Prozent halten 2015 für den geeigneten Zeitpunkt. Fast niemand (ein Prozent) rät den Sozialdemokraten, die Nachfolgefrage erst im Wahljahr 2016 zu regeln.

Auch die Wähler der SPD sehen für den 60 Jahre alten Wowereit als Regierenden Bürgermeister keine Zukunft mehr. Nur ein Drittel der Sympathisanten (34 Prozent) würde die SPD gerne noch einmal mit Klaus Wowereit an der Spitze in den Wahlkampf ziehen sehen. 60 Prozent der SPD-Wähler sind der Ansicht, Wowereit solle deutlich vor der nächsten Wahl seinen Abschied ankündigen.

Der Wunsch nach einem Wechsel manifestiert sich auch in den persönlichen Werten des Regierenden Bürgermeisters. Nur noch jeder vierte Berliner (26 Prozent) ist mit der Arbeit Wowereits zufrieden. Im Vergleich zu der letzten entsprechenden Frage im Berlin Trend im Dezember 2013 sank die Zustimmung für den Regierenden noch einmal um 11 Prozentpunkte. 71 Prozent sagten im Mai, sie seien mit Wowereit weniger oder gar nicht zufrieden.

Mit dem aktuellen Wert ist Wowereit fast wieder auf sein persönliches Rekordtief abgesackt. Nur im Februar 2013, als Wowereit kurz nach der bisher letzten Absage der Flughafen-Eröffnung über seinen Rückzug nachdachte, waren noch weniger Berliner mit ihrem Regierenden zufrieden als zurzeit. Zum Vergleich: Nach dem Wahlsieg der SPD im Herbst 2011 waren mehr als 60 Prozent mit Wowereits Arbeit zufrieden.

Das gesunkene Ansehen des Regierungschefs schlägt auch auf den Senat als Ganzes durch. Nur noch jeder vierte Bürger (25 Prozent) stellt der Koalitionsregierung aus SPD und CDU insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Im Dezember 2013 schätzte immerhin noch mehr als jeder dritte Befragte das Wirken des rot-schwarzen Senats als positiv ein. 47 Prozent äußerten sich im Mai weniger zufrieden, 22 Prozent waren sogar gar nicht zufrieden mit dem Senat.

So negativ war die Stimmung der Berliner zu einer Regierung zuletzt vor mehr als zehn Jahren, als die damalige rot-rote Koalition harte Sparmaßnahmen beschlossen hatte und anders als jetzt die Berliner Wirtschaft lahmte.

Die Stimmungslage schlägt zumindest auf die CDU nicht durch. Wenn am Sonntag Abgeordnetenhaus-Wahl wäre, käme die Union auf 28 Prozent, ein Plus von zwei Punkten im Vergleich zum letzten Berlin Trend im Februar 2014. Die SPD erreicht 24 Prozent (minus 2). Die Linke legt um vier Punkte auf 18 Prozent zu und überholt die Grünen, die bei 16 Prozent (minus zwei) liegen. Je vier Prozent erhalten die AfD und die Piraten.

Für den aktuellen Berlin Trend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest/dimap vom 8. bis 12. Mai 2014 1001 Berliner Wahlberechtigte (Deutsche ab 18 Jahren).