Die Berliner Senatsbauverwaltung will die bisherige Planung für die Bebauung am Alexanderplatz kippen. Seit der Festlegung für die Zukunft des Platzes 1993 seien dort zahlreiche Gebäude saniert worden, die nicht abgerissen werden könnten, sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher der „Berliner Zeitung“ zur Begründung. Sie setzt sich für eine neue Planung ein und will im Abgeordnetenhaus dafür werben.
Nach den Plänen des Architekten Hans Kollhoff sollen am Alexanderplatz zehn 150 Meter hohe Hochhäuser entstehen. Lüscher sagte, die Entwürfe seien „im Grunde nicht umsetzbar“. Denn das Problem sei, „dass viele neue Gebäude dort errichtet werden sollen, wo bereits Häuser stehen“. Diese seien zum Teil saniert worden und würden sicher nicht abgerissen.
Noch sei die Hochhaus-Planung zwar verbindlich, so die Senatsbaudirektorin, doch die Investoren hätten nach Ablauf einer Sieben-Jahres-Frist zur Bebauung keinen Anspruch auf Schadensersatz, wenn das Land Berlin die Planung ändere. Diese Frist sei in den meisten Fällen abgelaufen.
Hines will das erste Hochhaus als Wohngebäude errichten
1993 hatte Kollhoff den Ideenwettbewerb um ein Gesamtkonzept für den Alex gewonnen. Weil Investorengelder fehlten, wurden seine Pläne für die zehn bis zu 150 Meter hohen Wolkenkratzer allerdings nicht umgesetzt.
Nun will die amerikanische Immobilienfirma Hines das erste Hochhaus als Wohngebäude errichten. An den Masterplan à la Kollhoff sieht sie sich dabei nicht gebunden, was umgehend den Protest des Stararchitekten herausforderte. An dem angekündigten Architektur-Wettbewerb für den Wohnturm wolle er sich unter den Umständen nicht beteiligen, so Kollhoff.
Bürger können bei der Senatsbauverwaltung bis Ende April den derzeitigen Bebauungsplan einsehen und Stellungnahmen abgeben.
dpa/sei





