Polizei und Ordnungsamt haben im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg mit ihren gemeinsamen Streifengängen gegen Drogenhändler begonnen. Die uniformierten Vierer-Trupps sollen besonders die Käufer ansprechen und so auch mittelfristig die Dealer aus dem Park vertreiben.

Die Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) sagte im RBB-Inforadio: „Es geht längst nicht mehr um ein bisschen Gras verkaufen. Das Treiben im Görlitzer Park nimmt härtere Formen an, deswegen müssen wir auch zu härteren Maßnahmen greifen.“

Der für seinen Drogenhandel bekannte Görlitzer Park soll nach ihrem Willen wieder zu einem Freizeitort für Familien und die Anwohner werden. Darauf hatten sich Vertreter des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und der Polizei im April verständigt. Herrmann reagierte damit auf die andauernden Kritik der Anwohner am offensiven Drogenhandel im Park.

Dealer tauchen nach Streifengang sofort wieder auf

Seit Montag sind nun täglich mehrere Streifen, bestehend aus zwei Mitarbeitern des Ordnungsamtes und zwei Polizeibeamten, in der Grünanlage unterwegs. Jeweils zu viert laufen die Streifen von montags bis sonntags den ganzen Tag durch den Park, so Sascha Langenbach, Sprecher von Bezirksbürgermeisterin Herrmann. „Wir wollen es den Drogenhändlern und ihren Kunden so ungemütlich wie möglich machen“, sagte er. Am Wochenende sollen die Streifen von 10 bis 18 Uhr unterwegs sein, in der Woche länger.

Die Beamten sollen auch von Spürhunden begleitet werden, die die Drogenverstecke ausfindig machen sollen. Kürzlich waren in einem Sandkasten in dem Park Kokain und kurz darauf auch gefährliches Crystal Meth gefunden worden. So wolle man den Drogenhändlern das Geschäft versalzen.

Der Erfolg der Kontrollen scheint jedoch bisher wirkungslos zu sein. Kaum sind die Beamten außer Sichtweite wird im Park weiter ganz offen mit Drogen gehandelt. Auch die zahlreichen „Dreckecken“ am und im Park sind nach wie vor vorhanden.

BM