Studium

An Berlins Hochschulen starten wieder mehr Studienanfänger

Zum Beginn des Sommersemesters sind mehrere Tausend Studienanfänger nach Berlin gezogen. In Wohnheimen sind keine Plätze mehr frei. Der große Ansturm kommt aber zum Wintersemester im Oktober.

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Die Stadt ist in dieser Woche voller geworden. Obwohl an den Universitäten zum Sommersemester, das am Montag begonnen hat, nur wenige Studiengänge neu starten, melden die Hochschulen mehrere Tausend Studienanfänger.

An der Technischen Universität haben 2000 neue Studenten begonnen. „In den zulassungsfreien Fächern hat sich die Zahl damit leicht erhöht, während die Zahl der Bewerber im Vergleich zum Vorjahr konstant blieb“, sagt Stefanie Terp, Sprecherin der TU. Die beliebtesten Fächer waren nach der Zahl der Bewerber pro Studienplatz Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau. Zulassungsfrei – ohne Numerus clausus – sind an der TU die Fächer Mathematik und Physik, bei denen es 20 Prozent mehr Studienanfänger als im Vorjahr gibt. Bei den Masterstudiengängen hatten die Fächer Maschinenbau, Human Factors und Luft- und Raumfahrt die meisten Bewerber.

Ohne Abitur an die Universität

Dabei fassen auch immer mehr Menschen ohne Abitur, die sich durch ihre Berufserfahrung qualifizieren, Mut, ein Studium aufzunehmen. An der TU haben sich 14 sogenannte beruflich Qualifizierte zum Sommersemester beworben. Das sind dreimal so viel wie im Vorjahr. „Die Strategie, mit Vorbereitungskursen mehr Interessenten ohne Abitur für ein Studium zu gewinnen, hat sich bewährt“, sagt Terp.

Auch bei den Studienanfängern aus dem Ausland ist die Tendenz steigend. 140 ausländische Bewerber haben das Studium aufgenommen, zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Masterstudiengängen ist die Zahl um 15 Prozent gestiegen. Zwei Drittel der Bewerber an der TU kommen aus Berlin.

An der Freien Universität (FU) wurden 840 Studenten immatrikuliert. Auch hier hat sich die Zahl leicht erhöht. Unter den Neuzugängen sind nur 300 Erstsemester. „Viele wechseln in höheren Semestern von einer anderen Uni nach Berlin an die FU“, sagt FU-Sprecher Goran Krstin. Auch an der FU gibt es wenige Studiengänge, die im Sommersemester beginnen, etwa Chemie, Biochemie, Mathematik, Informatik und Pharmazie.

800 neue Wohnheimplätze sind in Planung

An den Fachhochschulen hat das neue Semester am 1. April begonnen, und etliche Studenten haben sich neu eingeschrieben. An der Beuth Hochschule in Wedding etwa gibt es 1387 Erstsemester, rund 100 mehr als im Vorjahr. Ähnlich sieht es an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) aus, an der es 1726 neue Studierende gibt, davon 550 in Masterstudiengängen. „Die beliebtesten Fächer sind Wirtschaftskommunikation und Betriebswirtschaftslehre“, sagt Sprecherin Gisela Hüttinger.

In Berlin gibt es jedoch derzeit nur 9456 Wohnheimplätze für die mehr als 160.000 Studenten. Mehr als 1000 Studenten stehen auf der Warteliste. Studentenwerk und Land Berlin erklärten kürzlich, die Zahl erhöhen zu wollen. Das Studentenwerk prüft nach eigenen Angaben sechs Grundstücke für Neubauten und zwei Gebäude, die umgebaut werden könnten. Dadurch könnten mehr als 800 Wohnheimplätze geschaffen werden, schätzt das Studentenwerk. Der große Ansturm ist allerdings zum Wintersemester im Oktober zu erwarten.