Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sucht in Berlin dringend weitere Rettungsschwimmer. Die ehrenamtlichen Wasserretter seien an ihrer Leistungsgrenze, sagte Sprecher Frank Villmow. Rund 400 freiwillige Rettungsschwimmer sicherten derzeit an 30 Stationen jedes Wochenende die Flüsse und Seen der Hauptstadt. Aber Schwimmer und Wassersportler würden immer unvorsichtiger, ergänzte Villmow.

Die Berliner DLRG müsse im Jahr zu 1700 bis 2000 Einsätzen ausrücken – Tendenz steigend. Nach Angaben des DLRG-Bundesverbands ertranken im Jahr 2013 zehn Menschen in der Hauptstadt, neun davon in Flüssen, Seen und Kanälen.

Berliner Bäder überbesetzt

Die öffentlichen Schwimmbäder Berlins hingegen seien sicher, betonten die Berliner Bäderbetriebe. „Bei uns ist seit über zehn Jahren niemand mehr ertrunken“, sagte Sprecher Matthias Oloew. Jedes 50-Meter-Becken sei mit zwei Rettungsschwimmern besetzt. Damit überträfen die Berliner Bäder den Standard der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

Der letzte schwere Badeunfall in Berlin ereignete sich im August vergangenen Jahres. Eine 13 Jahre alte Nichtschwimmerin war nach dem Rutschen im Strandbad Lübars ertrunken. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Mädchens feststellen. Da dieses Bad aber verpachtet ist, seien die Bäderbetriebe für die Sicherheit dort nicht zuständig, so Oloew.

Arbeit als Wasserretter ist ehrenamtlich

Die Hauptaufgabe der Rettungsschwimmer ist laut deren eigener Vorgabe die „Bekämpfung des Ertrinkungstodes“ und die Rettung von Menschen in Seenot. Die Fachausbildung zum Wasserretter erfolgt nach der Basisausbildung zum Rettungsschwimmabzeichen sowie dem Erste-Hilfe-Schein. Wasserretter zu sein, ist eher Berufung als Beruf, denn die DLRG arbeitet ehrenamtlich.