Mit Unterstützung der Bevölkerung haben am 2. Mai 1989 ungarische Grenzbeamte damit begonnen, den Eisernen Vorhang an der Grenze zu Österreich niederzureißen. Auf mehreren Kilometern Länge wurden Signalanlagen und Stacheldrahtverhaue abgebaut. Bis Ende 1990, so die damaligen Pläne, sollte der gesamte Grenzzaun auf einer Länge von 354 Kilometern abgebaut werden. Andras Koevari vom Innenministerium sprach vom „Ende einer Epoche“.

Mit dem Abbau werde eine weitere Verbesserung der Beziehungen zu Österreich und zum Westen überhaupt ermöglicht. Auf Befürchtungen, dass künftig Ostblockstaaten wie die DDR, die ČSSR oder Rumänien ihren Bewohnern Reisen untersagen, um eine Flucht über die grüne Grenze zu verhindern, verwies man in Budapest darauf, dass dies allein eine innere Angelegenheit der betreffenden Staaten sei.