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Top 200 - Das sind die größten Arbeitgeber Berlins

Die Unternehmen der Top 200 stellen weiter ein. Besonders die Online-Händler wachsen. Hier finden Sie das komplette Ranking. Erstmals umfasst die Morgenpost-Umfrage auch die Umlandgemeinden.

Die 200 größten Arbeitgeber Berlins stellen weiterhin Personal ein – allerdings weniger als in den vergangenen Jahren. Ende 2013 beschäftigten die Top 200 der Berliner Wirtschaft im Schnitt ein Prozent mehr Mitarbeiter als ein Jahr zuvor. Damit setzt sich der positive Trend fort: 2012 stellten die 200 größten Unternehmen 1,7 Prozent mehr Personal ein. Im Jahr zuvor waren es 1,5 Prozent mehr, 2010 sogar drei Prozent. 2009 ergab die Umfrage letztmals ein Belegschaftsabbau (minus 0,3 Prozent).

Erstmals hat die Berliner Morgenpost in diesem Jahr auch die Arbeitsplätze im direkten Berliner Umland mitgezählt. Denn für viele der Top 200 ist das Land Berlin gemeinsam mit den umliegenden Brandenburger Gemeinden ein zusammenhängender Wirtschaftsraum. Diese Unternehmen fühlen sich in der Hauptstadtregion angesiedelt und nicht allein in der Stadt Berlin. Sie errichten Werke oder Logistikzentralen im Umland und Verwaltungszentralen in Berlin.

Ein prominentes Beispiel ist Zalando. Der erst 2009 gegründete Internet-Händler residiert mit seiner Zentrale im Herzen Berlins. 2000 Leute arbeiten in der Stadt – doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Als Standort für ein großes Logistikzentrum wählten die Zalando-Manager allerdings Brieselang im Havelland. Rund 1000 Mitarbeiter verpacken und versenden dort die Bestellungen der Kunden. Insgesamt beschäftig der Online-Händler damit rund 3000 Mitarbeiter in der Hauptstadt-Region.

Onlinehändler legen zu

Künftig wird auch Amazon zu einem bedeutenden Top-200-Arbeitgeber in der Region aufsteigen. Neben einigen hundert Arbeitsplätzen im Bereich Kundenservice in der Stadt hat sich Amazon – wie Zalando – für den Bau eines Logistikzentrums in Brieselang entschieden, das Ende 2013 fertiggestellt wurde. Rund 1000 Leute sollen dort binnen drei Jahren eingestellt werden und die Pakete für die Region packen.

Die Auflistung der 200 größten Arbeitgeber zeigt, wie wichtig das Internetgeschäft als Arbeitgeber für die Region wird. In der Tabelle werden mit Zalando, Ebay, Groupon und Mytoys vier Branchengrößen unter den Top 200 geführt, die zusammen mit rund 5400 Mitarbeitern rund 30 Prozent mehr beschäftigte Personen haben als 2012. Zalando ist mit einem Beschäftigungsplus von 50 Prozent für Berlin und Umland die Nummer eins unter den hiesigen Onlinehändlern. Mit Immobilien Scout kommt noch ein Unternehmen aus der Digitalen Wirtschaft hinzu, das 677 Stellen in Berlin geschaffen hat.

An der Spitze der Top 200 steht nach wie vor die Deutsche Bahn mit 21.125 Mitarbeitern. Das sind rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Plätze zwei und drei belegen die großen Krankenhäuser: Die Charité beschäftigt 16.732 Mitarbeiter, die Vivantes-Kliniken 14.926. Die BVG (13.388) und Siemens (12.000) können ebenfalls eine fünfstellige Mitarbeiterzahl aufweisen.

Mehr Arbeitsplätze in der Region

Auch 2014 wird sich die Zahl der Arbeitsplätze erhöhen. 121 der 200 Top-Arbeitgeber machten Angaben zur Personalentwicklung. Von ihnen wollen 38 Unternehmen neue Stellen schaffen, fünf rechnen mit einem Rückgang der Belegschaft. So sollen 1771 neue Arbeitsplätze entstehen, 285 hingegen wegfallen. Im vergangenen Jahr wollten von insgesamt 125 noch 41 Unternehmen zirka 2070 neue Stellen aufbauen. Allerdings sollten seinerzeit auch 460 Stellen wegfallen.

Hartmut Mertens, Chef-Volkswirt der Investitionsbank Berlin (IBB) beobachtet ebenfalls eine positive Stimmung auf dem regionalen Arbeitsmarkt: „Die Anzahl der Beschäftigten in Berlin wächst sehr stark“, sagt Mertens. Und die Tendenz werde sich im kommenden Jahr sogar noch verstärken.

Insgesamt stieg 2013 den IBB-Zahlen zufolge die Beschäftigung in Berlin um 1,9 Prozent, bundesweit waren es nur 0,6 Prozent. „Damit hatten im Jahr 2013 1,79 Millionen Personen einen Arbeitsplatz in Berlin, so viele wie noch nie nach der Wiedervereinigung“, erklärt Mertens.

Auch einfache Tätigkeiten könnten stärker gefragt sein

Aktuell stehen den 18.000 gemeldeten offenen Stellen 200.000 Arbeitslose gegenüber, erklärt Mertens. Ihnen fehle aber oft die Qualifikation für die freien Jobs. Neue geschaffene Stellen werden im Gegenzug eher mit Zuziehenden besetzt. Das liege auch daran, dass Berlin qualifiziertes Personal aus ganz Deutschland, aber auch aus dem europäischen Ausland anzieht. „50.000 Menschen sind im vergangenen Jahr zugewandert und haben viele der neu geschaffenen Stellen besetzt.“

Doch Mertens ist sich sicher: „Auch einfache Tätigkeiten werden in den kommenden Jahren stärker nachgefragt werden.“ So zum Beispiel im E-Commerce in den Logistikzentren, aber auch im Hotellerie- und Gaststättengewerbe. „Ich denke da nur an die vielen Hotels, die sich derzeit im Bau oder in der Planung befinden“, meint Mertens.

Die Top 200 der Hauptstadtregion: