Die angeschlagene Handelskette Strauss Innovation hat am Dienstag in mehreren Filialen mit dem Räumungsverkauf begonnen.

In 16 von 17 Läden, die von der Schließung bedroht sind, sei der Sonderverkauf angelaufen, teilte der für die Sanierung zuständige Manager Hans Peter Döhmen mit. Dazu gehörten in Berlin das Geschäft am Neuen Kranzlereck in Charlottenburg und das Outlet Hellersdorf. Dort wurden am Dienstag große gelb-rote Plakate in den Schaufenstern angebracht, die über das bevorstehende Ende informieren. Darauf steht: „Wir schließen diese Filiale“ und „Alles muss raus“. Mitarbeiterinnen versehen derzeit Artikel mit Sonderpreisen. Auf die Frage, wann das Geschäft am Neuen Kranzlereck geschlossen werde, antwortete eine Verkäuferin: „am 30. Juni.“

Ende März hatte das Unternehmen bekannt gegeben, mehr als jede fünfte der insgesamt 96 Filialen schließen und 200 Mitarbeiter entlassen zu wollen. Durch ein zügiges Insolvenzverfahren will man die restlichen 1200 Arbeitsplätze erhalten.

„Weiterbetrieb kaum zu verantworten“

Döhmen hatte im Vorfeld erklärt, manche Filialen machten „bis zu einer halben Million Euro Verlust. Da ist der Weiterbetrieb kaum zu verantworten“.

Mitte April hatte es geheißen, Strauss Innovation locke Investoren an. „Es gibt mehrere Interessenten, darunter handelsaffine Finanzinvestoren, die bereits erste Preisvorstellungen geäußert haben“, hatte Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier der „WirtschaftsWoche“ gesagt.

Noch im April sollten verbindliche Angebote vorliegen, im Mai der Verkauf dann unter Dach und Fach gebracht werden. Die Handelskette mit zuletzt rund 1400 Mitarbeitern bietet vor allem Mode, Möbel und Lebensmittel wie Weine oder Süßigkeiten an.

sei/dpa