Im Fall der Serie von Blitzeinbrüchen in Elektrofachmärkte hat die Berliner Staatsanwaltschaft die erste Anklage erhoben. Sie richtet sich gegen einen 21 Jahre alten Mann, der an der letzten Tat im Januar 2014 in Dresden beteiligt gewesen sein soll. Damals rasten die Einbrecher mit einem Auto in eine Media-Markt-Filiale in einem Einkaufszentrum. Sieben Männer wurden kurz darauf festgenommen. Wegen der anderen Taten – darunter auch der Einbruch in den Apple Store am Kurfürstendamm – wird noch ermittelt.
Das Verfahren gegen Eyüp R. wurde abgetrennt, weil er zur Tatzeit 20 Jahre alt und deshalb vor einer Jugendkammer anzuklagen war. Ein kleines Licht dürfte der türkische Staatsangehörige, der eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann machen soll, jedoch nicht gewesen sein.
Nach Auffassung der Ermittler hat er unter anderem entscheidende Vorbereitungshandlungen für den Blitzeinbruch am 29. Januar in Dresden getroffen. Fünf Tage zuvor soll R. einen Audi A8 in Berlin geraubt haben, der bei dem Einbruch als Fluchtfahrzeug diente. R. und ein unbekannter Komplize sollen dem Verkäufer des Wagens Reizgas in die Augen gesprüht haben, um den Audi zu entwenden. Bei der Flucht beschädigten sie zwei Autos.
Am 29. Januar fuhren R. und sechs Mittäter dann in dem Audi und zwei weiteren Fahrzeugen nach Dresden. Mit einem Ford Galaxy rasten sie durch die Glastür eines Einkaufszentrums im Ortsteil Mickten und versuchten anschließend, das Sicherheitsrollo des Media Marktes zu durchbrechen. Laut Anklage entstand ein Sachschaden in Höhe von 60.000 Euro.
Zielfahnder hatten die Einbrecher bereits ins Visier genommen
Was die Einbrecher nicht wussten: Berliner Zielfahnder waren ihnen auf der Spur. Vier Täter wurden noch vor Ort festgenommen. Die anderen flüchteten bis nach Cottbus, wo sie schließlich von Beamten des Berliner Spezialeinsatzkommandos (SEK) überwältigt wurden. Ein Richter schickte die mutmaßlichen Einbrecher in Untersuchungshaft. Eyüp R. wurde jedoch einen knappen Monat später von der Haft verschont. Im Falle einer Verurteilung könnte der Raub des Autos schwerer ins Gewicht fallen als der Einbruch.
Gegen die anderen sechs Männer wird weiter ermittelt. In diesem Zusammenhang werden laut Staatsanwaltschaft Beteiligungen an Blitzeinbrüchen in einen Media Markt im Alexa-Einkaufszentrum, in eine Saturn-Filiale in der Zehlendorf Welle und in den Apple Store in Charlottenburg sowie weitere Fälle überprüft.





