Ein Berliner Polizist muss nach einer Prügel-Attacke in seiner Freizeit für drei Jahre ins Gefängnis. Das Berliner Landgericht sprach den 41 Jahre alten Mann am Dienstag der gefährlichen Körperverletzung schuldig.
Im Affekt habe Polizeiobermeister Andreas R. nach einem Lokalbesuch auf einen anderen Mann eingeschlagen, hieß es im Urteil. Er wird nie wieder als Polizist arbeiten dürfen.
Das Opfer, ein 46-jähriger Mann, hatte bei dem Vorfall am 27. Oktober 2013 vor einem Café in Berlin-Spandau schwere Verletzungen, vor allem im Gesicht, erlitten. Die Staatsanwaltschaft hatte auf einen Schuldspruch wegen versuchten Totschlags plädiert und vier Jahre Haft verlangt.
Der seit der Tat suspendierte Beamte hatte ein Geständnis abgelegt. Er sei wegen privater Probleme emotional sehr belastet gewesen und habe sich durch den Handwerker bereits im Lokal provoziert gefühlt, erklärte er zu Beginn der Verhandlung vor drei Wochen.
Die Richter folgten einem psychiatrischen Gutachter und gingen von verminderter Schuldfähigkeit des Polizisten aus. Bei der Strafhöhe sei zudem berücksichtigt worden, dass er ein Schmerzensgeld von 3000 Euro an das Opfer gezahlt hat.
Mit rund 40 Schrauben und Platten hatten Ärzte das Gesicht des durch Schläge und Tritte verletzten Handwerkers wieder aufgebaut. Bis heute könne er nur eingeschränkt arbeiten, sagte er im Prozess.
dpa/sei




