Dekra

Report - Berlins schlechte Straßen gefährden Menschenleben

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Die zahlreichen Mängel in den Berliner Straßen sind ein Risiko für Autofahrer. Das ergibt eine Verkehrsstudie der Dekra. So könnten Schlaglöcher Reifen beschädigen, die dann auf der Autobahn platzen.

Der schlechte Zustand vieler Straßen in Brandenburg und Berlin ist aus Sicht der Prüforganisation Dekra ein Risiko für die Autofahrer. Unbefestigte Seitenstreifen auf Landstraßen oder Schlaglöcher begünstigten Unfälle, sagte der Leiter der Berliner Dekra-Repräsentanz, Andreas Kraus, am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsreports 2014. Schlaglöcher könnten Reifen beschädigen, „und später auf der Autobahn platzt er dann“. Ausweichmanöver gefährdeten andere Verkehrsteilnehmer.

Die Dekra appellierte deshalb an beide Länder, deutlich mehr Geld in die Sanierung von Straßen und Sicherheitssysteme zu stecken. Allein in Brandenburg gebe es für den Straßenbau einen Investitionsbedarf von 600 Millionen Euro, wie selbst die Landesregierung einräume, sagte der Dekra-Sprecher für Berlin-Brandenburg, Mario Schwarz.

Bei Unfällen auf den Straßen Brandenburgs wurden im vergangenen Jahr 170 Menschen getötet, vier mehr als 2012. Auf eine Million Einwohner kamen somit 69 Verkehrstote, das ist im Vergleich aller Bundesländer der schlechteste Wert. In den vergangenen 20 Jahren gab es jedoch einen enormen Rückgang. 1992 wurden in Brandenburg noch 876 Verkehrstote gezählt, fünfmal so viele wie im Jahr 2013. In Berliner Verkehr starben im vorigen Jahr 37 Menschen, fünf weniger als 2012.

Kraus sprach sich für mehr gezielte Verkehrskontrollen aus – „und zwar nicht dort, wo die Kasse klingelt, sondern an Gefahrpunkten wie Altenheimen oder Schulen“. Außerdem spiele Verkehrserziehung für die Sicherheit eine wichtige Rolle. Die Polizei müsse so viel Personal haben, dass Beamte wie früher in die Schulen gehen könnten, um den Kindern Verkehrsregeln zu erklären, meinte der Dekra-Experte.

( dpa/alu )