Prenzlauer Berg

Eltern fordern umgehende Sanierung von defekter Turnhalle

Die Turnhalle an der Sredzkistraße ist seit drei Jahren gesperrt: Schüler müssen teils im Klassenzimmer Sport treiben, weil ein Rechtsstreit um die Bauschäden andauert. Den Eltern reicht es.

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Weil eine Turnhalle in Prenzlauer Berg seit drei Jahren gesperrt ist, müssen Kinder und Jugendliche in Klassenzimmern und auf dem Schulhof Sport treiben. Mädchen und Jungen, die Hockey bei einem Verein spielen, fahren quer durch Pankow zum Training. Nun machen die Eltern ihrem Ärger über diese Sperrung Luft. Sie haben einen offenen Brief an das Bezirksamt und an die Bezirksverordnetenversammlung Pankow geschrieben. Man wolle damit „gegen diese alltäglich gewordene, nicht mehr tolerierbare Situation protestieren“ und fordere „umgehend Abhilfe und die Wiedereröffnung unserer Sporthalle“.

Die Turnhalle an der Sredzkistraße darf seit Anfang 2011 nicht mehr für den Sportunterricht genutzt werden. Sie ist der obere Teil einer Doppelsporthalle, die in den Jahren 2000 bis 2002 erbaut wurde. Grund für die Sperrung waren Schäden an der Decke. Sie hatte sich durchgebogen. Die Reparaturkosten werden auf 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Doch noch ist nicht klar, wer für diesen Schaden aufkommen muss.

Das Bezirksamt hatte Klage gegen das Statikerbüro erhoben. Seit dem Frühjahr 2011 beschäftigt sich das Landgericht Berlin mit dem Vorfall. Unterdessen sind mehrere Gutachten angefertigt worden. Der Streit ist noch nicht entschieden. In der Zwischenzeit ließ das Amt die Halle mit einem Gerüst für mehrere Hunderttausend Euro abstützen.

Vergleichsverfahren: Schlichter soll hinzugezogen werden

Die Eltern fordern, dass schnell etwas geschieht, und schlagen einen außergerichtlichen Vergleich vor. „Ohne die juristischen und baufachlichen Details des Streitfalles zu bewerten, erwarten wir als Bürger, dass der Bezirk als Bauherr dieses unselige Verfahren im Interesse von Hunderten von Schülern und Sportlern nun zügig zu Ende bringt“, heißt es in dem offenen Brief. „Eine Möglichkeit wäre, sofort ein Vergleichsverfahren in die Wege zu leiten, um ein langjähriges Gerichtsverfahren zu vermeiden.“ Der Schlichtungsausschuss der Architektenkammer könne dabei helfen.

Die Doppelturnhalle an der Sredzkistraße kostete acht Millionen Euro. Der obere Teil sollte für den Sportunterricht der Grundschule am Kollwitzplatz zur Verfügung stehen. Auch die Hockeyspieler der SG Rotation Prenzlauer Berg konnten die Halle bis Ende 2010 nutzen. „Unsere Kinder fahren seit nunmehr drei Jahren kilometerweit durch den gesamten Bezirk, um in verschiedenen, ständig wechselnden und meist für den Hockeysport auch noch ungeeigneten Hallen zu trainieren“, schreiben die Eltern.

„Da ohnehin ein eklatanter Sporthallenmangel besteht, erhalten wir zudem auch noch in der Regel die unbeliebten Hallenzeiten. Elfjährige Spieler beenden dann ihr Training erst um 20 Uhr.“ Von Saison zu Saison werde man vertröstet. Das Bezirksamt sei auch deshalb in der Verantwortung, weil es die Bauleitung für die Doppelsporthalle übernommen habe.

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