Die Bezirke haben in diesem Jahr für 16 Sportplätze, 24 Sportplatzgebäude und 15 Sporthallen sowie zwei Sondersportanlagen Sanierungsbedarf beim Senat angemeldet. Die Gesamtkosten für diese Vorhaben wurden mit 13,25 Millionen Euro beziffert. Im Rahmen des Sportstättensanierungsprogramms stehen für 2014 aber nur neun Millionen Euro zur Verfügung. Das ist die gleiche Summe wie im vergangenen Jahr. Einige Sanierungsprojekte müssen deshalb erneut verschoben werden.
Das geht aus dem Bericht zum Sportstättensanierungsprogramm hervor, der in der vergangenen Woche dem Hauptausschuss vorgelegt wurde. Insgesamt besteht auf den Berliner Sportanlagen nach Berechnungen des Landesportbundes ein Sanierungsbedarf von mehr als 300 Millionen Euro.
Da seit Jahren zu wenig gemacht worden ist, wird der Sanierungsstau immer größer. Der Senat beziffert hingegen den Bedarf bis 2018 mit 150 Millionen Euro. Vor zwei Jahren war man noch davon ausgegangen, dass 116 Millionen Euro reichen würden.
Marode Sanitäranlagen müssen erneuert werden
Großen Handlungsbedarf gibt es besonders bei den Sanitäranlagen in vielen Sporthallen. Aber auch viele Umkleiden müssen saniert werden. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Rasenflächen reparaturbedürftig ist. Das ist nicht nur für die Sportvereine ein Problem, sondern auch für viele Schulen, die keine eigenen Sportstätten haben und deshalb auf die bezirklichen Sportanlagen angewiesen sind.
>> In diese Sportstätten sollen die Millionen fließen <<
Das Geld des Sanierungsprogramms wird den Bezirken entsprechend ihrer Bevölkerungszahl zugewiesen. 30 Prozent des Geldes verteilt der Senat nach eigenen Vorstellungen, wobei er die Mittel vor allem für Maßnahmen in sozial belasteten Quartieren ausgeben soll. Jeder Bezirk erhält in diesem Jahr zwischen 620.000 und 869.000 Euro für die Instandsetzung der Sportanlagen. Die größte Summe, 869.000 Euro, erhält der Bezirk Pankow.
Der höchste einzelne Betrag – 582.000 Euro – fließt in die Tennissportanlage auf dem Areal Glockenturmstraße 21 in Charlottenburg-Wilmersdorf. Bisher war dort der Berliner Schlittschuh-Club beheimatet. 2010 ist das 18.000 Quadratmeter große Areal in der Nähe des Berliner Olympiastadions an den Bezirk rückübertragen worden.
Größter Sanierungsbedarf in Steglitz-Zehlendorf
Mit dem Geld soll die Sanierung des Gebäudes 3 fortgeführt und beendet werden. Dazu gehören der Innenausbau sowie die Sanierung der Fachtechnik. 534.000 Euro werden 2014 für die Sanierung des Vollkunstrasenplatzes des Ernst-Reuter-Sportfeldes an der Onkel-Tom-Straße 40 in Steglitz-Zehlendorf bereitgestellt. Bei dieser Summe handelt es sich um den zweithöchsten Einzelbetrag im Rahmen des Sportstättensanierungsprogramms.
Steglitz-Zehlendorf hat für 2014 mit rund drei Millionen Euro den größten Sanierungsbedarf für seine Sportstätten angemeldet. Genehmigt wurden dem Bezirk allerdings nur 764.000 Euro. Die Bildungsstadträtin des Bezirks, Cerstin Richter-Kotowski (CDU) sagt, dass Steglitz-Zehlendorf sehr viele bezirkseigene Sportstätten habe. „Das sind zum Teil große Anlagen.“ Viele davon würden vor allem von Schülern genutzt. So etwa die Ruderkasten-Anlage an der Onkel-Tom-Straße in Zehlendorf. Dort müssten unbedingt noch die Sanitäranlagen saniert werden.
Richter-Kotowski fordert mehr Geld für das Sportanlagensanierungsprogramm, da viele Schüler davon profitieren würden. Lediglich das Geld für die Schulsanierung sei verdoppelt worden. Pro Jahr stehe den Bezirken 2014 und 2015 jeweils 64 Millionen Euro zur Verfügung. „Mit diesem Geld können wir zwar Schulsportanlagen sanieren, nicht aber andere bezirkliche Sportanlagen, obwohl auch die zum einem großen Teil vor allem von Schülern genutzt werden“ sagt Stadträtin Richter-Kotowski.
Sportstadt Berlin: 550.000 Menschen in Sport-Vereinen organisiert
So hätten etwa die Wilma-Rudolph-Sekundarschule, die Quentin-Blake-Grundschule und die Biesalski-Schule in Dahlem keine eigenen Sporthallen. Die Schüler dieser Schulen würden das Cole-Sports-Center am Hüttenweg nutzen.
Auch die Bildungsstadträtin von Charlottenburg-Wilmersdorf, Elfi Jantzen (Grüne) sagt, dass die Bezirke mehr Geld für die Sanierung der Sportanlagen brauchen. „Der Sanierungsbedarf ist gewaltig. Was uns dafür an Geld zur Verfügung steht, reicht hingegen hinten und vorne nicht.“ Charlottenburg-Wilmersdorf hatte für 2014 rund 1,2 Millionen Euro für die Sanierung von Sportanlagen angemeldet. 832.000 Euro wurden bewilligt.
Der Sanierungsbedarf der bezirkseigenen Sportstätten ist auch deshalb so groß, weil die Anlagen besonders stark genutzt werden. Berlin gilt weltweit als eine der führenden Sportstädte. Insgesamt sind rund 550.000 Menschen in Sportvereinen organisiert. Hinzu kommen viele Berliner, die individuell Sport treiben und keinem Verein angehören. Auch sie nutzen die Sportanlagen in den Bezirken.




