Kommentar

Outsourcing ist ein Schritt in die falsche Richtung

Die Bäderbetriebe wollen einige Schwimmbäder von Fremdfirmen betreiben lassen. Das könnte einen Verlust an Servicequalität nach sich ziehen. Jens Anker über die Outsourcing-Pläne des Bäderchefs.

Foto: Massimo Rodari

Der Vorschlag hört sich altbekannt an. Die Bäderbetriebe wollen Teile des Personals ausgliedern und Schwimmbäder von Fremdfirmen betreiben lassen. Solche Maßnahmen hat es bereits bei der BVG gegeben, auch die BSR beschäftigt Fremdfirmen, und die Beschäftigung von Sub- und Subsubunternehmen ist in der Baubranche bestens bekannt. Und wer Pech hat, spricht im Super- oder Elektromarkt Personal an, das außer Regale einräumen nichts machen darf, auch keine Auskünfte geben – weil es sich um Beschäftigte einer Fremdfirma handelt. Allen gemeinsam ist eines: Die Personalkosten sollen gesenkt und Verantwortung delegiert werden.

Die Bäderbetriebe machen gar kein Hehl daraus, dass sie mit diesem Vorstoß Kosten senken wollen. Das ist aus Sicht des klammen Landesunternehmens auch nachvollziehbar, aus Sicht der Badegäste allerdings nicht. Denn den Beschäftigten einer Fremdfirma liegt das Wohlergehen der Gäste möglicherweise weniger am Herzen, als der eigenen Belegschaft. Die Auslagerung des Personals an Fremdfirmen hätte also zudem einen Verlust an Servicequalität zur Folge, wenn künftig fachfremdes Personal an den Kassen säße.

Die Vorstellungen des Senats über die Zukunft der Bäderbetriebe war mit Sicherheit anders gelagert, als sie Ole Bested Hensing vom Erlebnisbad Tropical Island bei Cottbus nach Berlin holten. Es ist immer ein Zeichen für Einfallslosigkeit, zur Kostensenkung das Personal heranzuziehen. Die Hoffnungen des Senates lagen vielmehr darin, die vor sich hin dümpelnden Berliner Bäder etwas aufzupeppen, um so noch mehr Berliner anzulocken. Mit der Reform des Preistableaus und den Vorschlägen für neue Spaßbäder – zum Beispiel am Tierpark – hat der Bäderchef gezeigt, dass er in die richtige Richtung marschiert. Die neuen Pläne für das Personal-Outsourcing gehören allerdings nicht dazu.