Das Flüchtlingscamp ist geräumt, für die am Dienstag unentwegt im Einsatz befindlichen BSR-Mitarbeiter ist die Arbeit erledigt. Für andere Behörden beginnt sie jetzt erst. Das gilt für die Senatssozialverwaltung ebenso wie für die Behörde von Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD). Auch im Haus von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) überwiegt die Erleichterung über die weitgehend friedliche Räumung des Camps, betonte dessen Sprecherin Regina Kneiding am Mittwoch. Gänzlich zufrieden mit dem Ablauf ist man dort allerdings nicht, das hatte der Senator am Tag zuvor bereits erklärt, seine Sprecherin bestätigte dies nochmals.

Nur registrierte Flüchtlinge werden untergebracht

Statt der 55 aus dem Hause Kolat angekündigten Flüchtlinge musste die Sozialverwaltung am Dienstag 140 unterbringen. Knapp 100 besetzte kamen in dem von der Sozialverwaltung angemieteten Hostel an der Gürtelstraße in Friedrichshain unter, 40 weitere in einer Einrichtung in Marienfelde. Dort sind bereits 40 Flüchtlinge untergebracht, das Haus ist voll belegt, ebenso wie die Einrichtung für 80 Flüchtlinge in Wedding, die die Sozialverwaltung im vergangenen Jahr bereit stellte.

Es war nicht nur die unerwartet hohe Zahl von Betroffenen, die die Behörde am Dienstag aufnehmen und unterbringen musste. In Absprachen zwischen beiden Senatoren war klar vereinbart worden, dass in den Einrichtungen nur Flüchtlinge aufgenommen werden, die sich vorher registrieren ließen. Diese Erfassung und Identifizierung sollte bereits am Oranienplatz noch vor der Unterbringung in den Einrichtungen der Sozialverwaltung erfolgen.

Erfassung ist zeitaufwendig

Doch sowohl in Friedrichshain wie auch in Marienfelde kamen am Dienstag zahlreiche nicht registrierte Flüchtlinge an. Die habe man dennoch aufgenommen, die Menschen müssten ja schließlich untergebracht werden, sagte Behörden-Sprecherin Kneiding am Mittwoch. Allerdings müsste die Erfassung und Identifizierung der Aufgenommenen jetzt noch erfolgen, eine mühsame und zeitaufwendige Angelegenheit.

Was mit Flüchtlingen passiere, deren Identität sich nicht mehr feststellen ließe, dazu konnte die Sprecherin nichts sagen. Das weitere Verfahren falle in die Zuständigkeit der Integrationssenatorin.

hhn