Tag eins nach der Räumung des Flüchtlingscamps in Kreuzberg: Noch immer harren vereinzelt Aktivisten auf dem Oranienplatz aus. Doch die Aufregung hat sich an einen anderen Ort verlagert. In sozialen Netzwerken und auf Blogs kursiert seit Dienstag ein Bild, das zwei Männer auf dem Oranienplatz mit einem Plakat in der Hand zeigt. Darauf steht: „Danke Frank!“ Im Hintergrund sind die Überreste der abgerissenen Hütten zu sehen.
Die beiden Männer gehören dem Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf der Jungen Union an. Mit dem Plakat wollen sie sich bei Innensenator Frank Henkel (CDU) bedanken. Auf ihrer Webseite schreiben die Jungen Unioner: „Durch den unermuedlichen Einsatz unseres schwarzen Sheriffs und dank seines beherzten Durchgreifens konnte die gesetzeswidrige Besetzung des Oranienplatzes durch Asylbewerber und Linksextreme nach nur anderthalb Jahren beendet werden.“
Seitdem das Bild im Internet kursiert, wird es dutzendfach weiterverbreitet. Die Kommentare changieren dabei zwischen „geschmackloser Provokation“, „Blockwarten“ und „respektlos“. Doch die Community geht noch einen Schritt weiter, bedient sich der Plakatidee und verwandelt sie in ein eigenes Konzept. Zwei Blogs gibt es bereits. Auf juschilds.tumblr.com und fakkjuberlin.tumblr.com sind Dutzende Varianten der „Danke Frank!“-Vorlage zu sehen: Statt des Originalspruchs zieren dort Aufschriften wie „Wir sind so wütend wir haben sogar ein Plakat gemacht“, „Wir haben keine Ahnung“ oder die im Internet obligatorischen Katzenbilder das Plakat. Auch mit Putin, den Flüchtlingen vor Lampedusa und sogar Edward Snowden werden die beiden Männer in Verbindung gebracht.
Die Aktion der Jungen Union auf dem Oranienplatz blieb nach eigener Aussage nicht lange unentdeckt. Aktivisten sollen versucht haben, das Plakat zu zerstören – ohne Erfolg. Und auch im Netz wird dieses Mem noch eine Weile kursieren.
Aus dem Bezirksvorstand der Jungen Union heißt es, man habe nicht mit solch heftigen und schockierenden Reaktionen gerechnet. Die CDU soll dem Nachwuchs aber unterstützend zur Seite stehen.




