Die ARD hat sich den Zeitpunkt ganz clever ausgesucht: Beim öffentlich-rechtlichen Konkurrenzsender ZDF ist gerade „Wetten, dass..?“ auf den Elefantenfriedhof geschickt worden, da verkündet das Erste die Einführung einer neuen Spielshow. 15 Millionen Smartphone-Besitzer sind nach Angaben der schwedischen Entwicklerfirma FEO Media AB bei dem Multiple-Choice-Spiel registriert, bei dem man sich mit Freunden, aber auch mit fremden Personen stundenlange Wissensgefechte liefern kann. Bei soviel Popularität war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Fernsehsender sich die Rechte sichern würde. Welchen Betrag die ARD dafür hingelegt hat, wurde nicht bekannt gegeben. Der Moderator für das neue Format ist allerdings schon gefunden: Jörg Pilawa. Das überrascht wenig, denn erstens verfügt der 48-jährige Hamburger über reichlich Erfahrung in der Moderation von Wissensshows. Und zweitens hatte die ARD bereits Anfang März 2013 bekannt gegeben, dass Pilawa Anfang 2014 zu ihr zurückkehren werde.

Deutschland gegen Studio

Ab dem 12. Mai spielen nach Angaben der ARD in der TV-Ausgabe vier Kandidaten im Studio täglich live gegen die Online-Nutzer. Die Zuschauer („Team Deutschland“) werden aktive Gegner der Studio-Kandidaten und können jederzeit Einfluss auf den Ausgang der Sendung nehmen. Jeder Mitspieler hat die Chance, Geld zu gewinnen. Ganz gleich, ob er im Studio oder online um den Sieg kämpft. Die Show soll von Montag bis Freitag ausgestrahlt werden und jeweils 48 Minuten dauern.

Frank Beckmann, ARD-Koordinator des Vorabends, feierte die Entscheidung: „Im ‚Quizduell‘ im Ersten spielen die Millionen Nutzer der App gegen die Kandidaten im Studio – und das bessere Team gewinnt. So viel Interaktion zwischen Fernsehen und Internet hat es noch nie gegeben.“ Die Redaktion liegt beim Norddeutschen Rundfunk (NDR).

Das „Quizduell“ umfasst derzeit etwa 27.000 Fragen aus 19 Fragenkategorien zu allen denkbaren Bereichen des menschlichen Lebens Den gegnerischen Spielern werden in sechs Runden jeweils drei zufällig ausgewählte Fragen vorgelegt, auf die immer eine Antwort von vier vorgeschlagenen Antwortmöglichkeiten korrekt ist. Eine ablaufende Uhr und oft auch die Art der Fragestellung sollen verhindern, dass der Spieler die Antwort einfach kurz im Netz sucht.