Schüler & Medien

Mit dem Handy wird das Lernen mobil

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Andrea Huber, Maya Oppitz und Lennart Schiek

Foto: Marion / Marion Hunger

Das Lernen mit Handy und Tablet-Computer liegt im Trend. Ob Fremdsprachen, Mathe oder Geschichte: Die Zahl der Apps ist riesig und unübersichtlich. Gute Anwendungen für die Schule.

Digitales Lernen liegt im Trend: Immer mehr Schulen haben Smartboards mit Internetzugang und der Computer im Kinderzimmer gehört fast zum Standard. Knapp die Hälfte der 14- bis 44-Jährigen hat Erfahrung mit dem digitalen Lernen, zeigt eine Studie des Branchenverbandes Bitkom. Relativ neu ist dagegen das so genannte „Mobile Learning“ mit Handy oder Tablet-Computer. Fast jeder Dritte, der E-Learning nutzt, hat auch Lern-Apps auf seinem Smartphone, um beispielsweise Vokabeln zu übersetzen oder Matheformeln nachzuschlagen.

Die Vorteile solcher Apps liegen auf der Hand: Sie sind schnell und überall verfügbar, außerdem meist preiswert. „Sogar in der U-Bahn und im Bus kann ich damit lernen“, erzählt Lea, 15, aus Tempelhof, die auf ihrem Handy zahlreiche Applikationen installiert hat, vor allem zum Thema Fremdsprachen.

In Googles Play Store für mobile Android-Geräte, aber auch im App-Store von Apple finden sich Tausende von Anwendungen für die Schule. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Zwei Jugendreporter und die Schüler der Klasse 6b der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld haben für die Morgenpost Apps für verschiedene Fächer getestet und viele gute gefunden. Aufpassen müsse man aber, wenn bei Gratis-Apps so genannte In-App-Käufe angeboten würden, so ihr Tipp. Denn für mehr Funktionen werden dann Zusatzgebühren fällig. Die Empfehlungen der Schülerreporter:

Für Oberschüler

Babbel: Die kostenlose Lern-App ist eine gute Möglichkeit, um sich leicht und spielerisch, aber doch effektiv Sprachen wie Englisch, Spanisch oder Französisch anzueignen. Zwischen über 30 Themenbereichen kann man wählen, von den ersten Wörtern und Sätzen über Essen, Sport und Umwelt bis hin zu Kultur, Freizeit und Medien reicht das Spektrum. In zwei Schritten werden einem acht Begriffe zum gewählten Themenbereich auf verschiedenste Weise nahegebracht. Auch muss man selbst die Wörter aussprechen und schreiben, was neben dem Wiederholen erfahrungsgemäß die beste Übung ist. Zu empfehlen ist das im Play Store von Google und im App Store von Apple erhältliche Spiel ab zwölf Jahren.

Math 42: Mit 89 Cent ist die iOS-App „Math 42“ eine auch für Schüler bezahlbare Mathe-Anwendung für Apple-Geräte. Math 42 ist benutzerfreundlich und leicht zu bedienen. Man kann sich sowohl mit Aufgaben in drei Schwierigkeitsgraden auf Klausuren vorbereiten, als auch mit einer Taschenrechner-Funktion verschiedenste Berechnungen durchführen und sich sogar Graphen und Parabeln anzeigen lassen. Zu empfehlen ist diese App allen Schülern von der 7. Klasse bis zur Oberstufe!

MyScript Calculator: Wenn man die Taschenrechner-App „MyScript Calculator“ zum ersten Mal benutzt, öffnet sich sofort ein Video, das eine Einführung in die App gibt. Aufgaben, die man selbst mit dem Finger aufschreiben kann, berechnet die Gratis-Anwendung blitzschnell und auch schwierige Aufgabenstellungen sind kein Problem. In Sachen Übersichtlichkeit ist die App top und auch für alle, die öfter einen Taschenrechner brauchen (Apple & Android).

Berliner Mauer: Die Mauer-App ist eine kostenlose App, die es sowohl für Apple- als auch für Android-Geräte gibt. Sie ist vor allem für junge Berliner eine informative Ergänzung zum Geschichtsunterricht. Informieren kann man sich hier über historische Orte und Sehenswürdigkeiten an der ehemaligen Mauer. Checkpoint Charlie, Martin-Gropius-Bau, Potsdamer Platz und das Brandenburger Tor sind nur ein paar Stationen, die die Mauer-Tour durchläuft. Der Nutzer kann sich auch selbst eine eigene Mauer-Tour erstellen, ihm werden dann passende BVG-Stationen angezeigt. Auch Videos gibt es. Insgesamt ein Paket, das anschaulich viel Wissen über die Lebensbedingungen in der DDR vermittelt. Zu empfehlen ab 13 Jahren.

Geschichte-Lernkarten für Mittel- und Oberstufe: Diese Gratis-iOS-App ist eine übersichtlich gestaltete Lernmöglichkeit für das Fach Geschichte. In verschiedenen Unterbereichen werden auf „Karten“ ganz unterschiedlichste Fragen gestellt. Auf der Rückseite kann man dann die jeweilige Antwort lesen, wobei es die Möglichkeit gibt, bereits behandelte Fragen mit „Gelernt“ zu markieren.

Einziger Nachteil: Am Anfang gibt es nur zwei Fachbereiche, die restlichen muss man dann per In-App-Kauf für 1,79 Euro pro Thema dazu kaufen.

Wikipedia: Mit der für mobile Geräte entwickelten App von „Wikipedia“ hat man die Online-Enzyklopädie immer in der Tasche! „Wikipedia Mobile“ ist gratis, in 280 Sprachen verfügbar und hat viele Funktionen wie z. B. Artikel speichern.

Für Grundschüler

Hexe Hucklas Zaubereien im Zoo: Mit dieser App rund um die Hexe Huckla macht Englisch lernen Spaß. Die Apple-App kommt von Langenscheidt und bietet für 2,99 Euro viele Funktionen. Dazu gehören Spiele, Videos und Songs zum Herunterladen. Kinderreporterin Alina, 11, gefällt sie: „Die App ist bunt und hat Spiele wie Memory und Labyrinth“.

Kopfrechnen: Mit dieser Apple-App lassen sich die Grundrechenarten wie Addition und Subtraktion gut trainieren. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen und Zeitlimits. Für eine richtige Lösung gibt es ein Puzzleteil, wer eine Runde erfolgreich zu Ende bringt, erhält zur Belohnung das komplette Puzzle. Das Urteil von Kindertester Cashen: „Sehr verständlich, gut für Sechs- bis Zwölfjährige“ (von Trilliarden, 89 Cent).

Lennart Schiek, 13, und Maya Oppitz, 15, sind Schülerpraktikanten der Berliner Morgenpost