Eine Gruppe von DDR-Umweltschützern hat Berlins Regierenden Bürgermeister Walter Momper (SPD) aufgefordert, bei seinem Gespräch mit Staats- und Parteichef Erich Honecker auch die Reisebeschränkungen anzusprechen. Kein fortschrittlicher Politiker dürfe es dulden, dass mitten in Europa „ein Volk eingemauert leben muss“, hieß es in einem am 7. April 1989 in Ost-Berlin bekanntgewordenen Schreiben der Gruppe „Sozial-ökologische Partnerschaft“. Die Reisebeschränkungen seien ein schwerer innen- und außenpolitischer Konfliktfall. Er sei die „Grundlage für eine immer stärker um sich greifende Agonie unter den DDR-Menschen“ schrieben die Umweltschützer an Momper. Die Menschen in der DDR litten nicht materielle Not. „Es ist einzig und allein die politische Not, die viele Menschen nicht mehr ertragen“, so die Umweltaktivisten.

BM