Olympia

Sportbund will Olympische Spiele nach Berlin holen

Der DOSB will mit Berlin und Hamburg Gespräche über eine mögliche Olympia-Bewerbung führen. Der Berliner Landesverband plädiert für einen Volksentscheid.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird einen neuen Anlauf für die Ausrichtung Olympischer Spiele nehmen. Diese Entscheidung fällte das Präsidium am Freitag auf einer Klausurtagung. „Wie das überwältigende öffentliche Interesse an den Olympischen Spielen zuletzt in den Jahren 2012 und 2014 wieder beweist, ist die Idee, Olympia ins eigene Land zu holen, nach wie vor faszinierend“, heißt es in dem Beschluss. Über den Zeitpunkt soll im Dezember entschieden werden – nach Abschluss des beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angekündigten Reformprozesses „Agenda 2020“.

Nachdem sich „Hamburg und Berlin intensiv mit dem Thema beschäftigt zu haben scheinen“, so DOSB-Präsident Alfons Hörmann, „haben wir formal festgelegt, dass wir mit beiden Städten konkrete Informationsgespräche führen“. Die beiden Großstädte sollen „anhand der derzeitigen Anforderungen des IOC und weiterer relevanter Aspekte die Möglichkeit einer Bewerbung in den nächsten Monaten konkretisieren“. Eine Absage erteilte der DOSB der Stadt Altenberg, die Überlegungen angestellt hatte, sich gemeinsam mit tschechischen Wintersportregionen für die Spiele 2026 zu bewerben. „Eine Bewerbung ist an dieser Stelle schlichtweg sinn- und chancenlos“, sagte Hörmann.

Bewerbung für Winterspiele 2022 gescheitert

Der in den kommenden Monaten stattfindende „kontinuierliche Dialog über die Zukunft von Sportgroßveranstaltungen in Deutschland“ werde mit Vertretern der Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft abgehalten. Die Bewerbung für die Winterspiele 2022 war aufgrund von vier Bürgerentscheiden in München und Garmisch-Partenkirchen sowie den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land gescheitert. „Es macht nur Sinn, ein solches Projekt anzugehen, wenn eine deutlich positive Grundstimmung vorhanden ist“, betonte Hörmann. „Wir wollen die Zeit nutzen, um den Dialogprozess der Sinnhaftigkeit von Großereignissen umzusetzen.“

„Ich begrüße den Grundsatzbeschluss des DOSB-Präsidiums, Olympische Spiele zu einem geeigneten Zeitpunkt nach Deutschland holen zu wollen“, sagte der Berliner Sportsenator Frank Henkel (CDU). Das sei ein klares Bekenntnis zu einem solchen Großereignis. „Wir haben stets gesagt, dass es für Berlin eine Ehre wäre, unser Land zu vertreten, wenn der deutsche Sport dies wünscht. Insofern freue ich mich auf die angekündigten Gespräch“, erklärte Henkel.

Landesverband will keine Olympia-Ruinen

„Berlin würde sich über eine Chance für Olympische Spiele freuen“, sagte auch Senatssprecher Richard Meng. „Wir gehen mit guten Ideen in die Gespräche mit dem DOSB und mit dem Wissen, dass Berlin eine Sportmetropole und eine sportbegeisterte Stadt ist.“ Die Gespräche seien aber nur der erste Schritt, alles weitere müsse sich zeigen, so Meng. Diskutiert wird außerdem der Vorschlag aus Hamburg, dass sich die beiden Städte Berlin und Hamburg gemeinsam bewerben könnten.

„Zunächst einmal brauchen wir für die Bewerbung eine griffige Philosophie“, betonte Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes Berlin. „Olympia mit Paralympics könnte ein Riesenschub für die barrierefreie Stadt sein. Wir wollen später keine Olympia-Ruinen, Spiele in Berlin müssen nachhaltig sein, ökologisch, sozialverträglich und sie müssen spiegeln, dass sie in einer Demokratie stattfinden.“ Deswegen plädiert Böger für einen Volksentscheid über Olympia: „Wenn die Eckpunkte klar sind, sollte es eine Abstimmung geben. In Berlin müssen dazu rechtliche Voraussetzungen womöglich erst noch geschaffen werden. Daran sitzen aber bereits Juristen.“

Den Austragungsort für Olympische Spiele 2024 wählt das IOC im Jahr 2017.