Ernährung

Vegane Lebensmittel sind nicht immer gesund

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: David Ebener / dpa

Tierschutz, Klimawandel oder Gesundheit. Argumente für eine vegange Ernährung gibt es viele. Doch der Verzicht auf tierische Produkte muss nicht immer gesünder sein. Das zeigt eine Untersuchung.

Veganer sollten sich nicht darauf verlassen, dass Produkte ohne tierische Zutaten auch wirklich gesund und naturrein sind. Darauf weist die Verbraucherzentrale Hamburg unter Berufung auf einen Marktcheck mit veganen Lebensmitteln hin. Demnach enthalten viele der 20 untersuchten Produkte ähnlich viele Aromen und Zusatzstoffe wie herkömmliche Ware.

Insbesondere Käse-, Fleisch- und Wurstnachahmungen seien betroffen, weil sie sich sonst gar nicht produzieren lassen oder nicht schmecken würden. Auch bei den Nährwerten üben die Verbraucherschützer Kritik: Vier der Produkte enthielten zu viel Fett, bei fünf war der Anteil der gesättigten Fettsäuren beziehungsweise der Salzgehalt zu hoch. Aus diesen Gründen sollten Veganer beim Verzehr solcher Lebensmittel zurückhaltend sein.

Keine naturreinen Produkte

Bei ihrem Test vergaben die Verbraucherschützer jeweils fünf Mal eine rote Ampel für Salz und gesättigte Fettsäuren, vier Mal stand die Ampel beim Fett-Gehalt auf rot. Einige Produkte sollten nicht zu häufig auf dem Speiseplan stehen, erklärte die Verbraucherzentrale. Die Nachahmung von tierischen Produkten gehe zudem teilweise mit einem größeren Einsatz von Zusatzstoffen einher, da die Herstellung ansonsten in den meisten Fällen nicht möglich wäre. Viele vegane Lebensmittel seien also keine naturreinen Produkte.

Die Verbraucherzentrale moniert zudem, dass Abbildungen auf den Packungen oft nicht zu tatsächlichen Inhaltsstoffen oder zur Herkunft der Zutaten passten. So zeige ein Anbieter eine Alpenkulisse mit dem Schweizer Matterhorn auf seinem „Cereal Drink“, obwohl die Rohstoffe aus verschiedenen Ländern Europas kämen. Gerade Verbrauchern, denen eine klimafreundliche regionale Produktion ihrer Lebensmittel wichtig ist, würden so leicht in die Irre geführt. Ein anderer Hersteller werbe mit großen Walnüssen auf der Verpackung seines Brotaufstrichs, obwohl nur zwei Prozent Walnussöl enthalten seien.

Es fehlt ein einheitliches Siegel

Bei einigen Produkten ließe sich schwer erkennen, worum es sich konkret handelt, und man müsse lange auf der Rückseite nach einer sinnvollen Bezeichnung suchen. So sage etwa der Name „Bio-Plus-3“ wenig aus. Der Hinweis „Pflanzlicher Brotaufstrich“ auf der Schauseite wäre dagegen sehr viel hilfreicher gewesen.

Auch die Transparenz lässt aus Sicht der Verbraucherschützer bei vielen Unternehmen zu wünschen übrig. Nur 40 Prozent der angeschrieben Firmen hätten innerhalb von drei Wochen auf die Fragen geantwortet, erklärte die Verbraucherzentrale. Zudem gebe es kein einheitliches staatliches Siegel, das Verbrauchern Sicherheit beim Einkauf geben könnte. Stattdessen hätte viele Hersteller eigene Siegel kreiert.

( ohm/dpa )