Einen Tag nach dem Tod eines Kindes in einem Berliner S-Bahn-Tunnel verdichten sich die polizeilichen Erkenntnisse, dass der 13-Jährige bei einem hochriskanten Spiel tödlich verletzt worden ist. Der Tod des Jungen, der nach Morgenpost-Informationen aus Kreuzberg stammt, war somit ein tragischer Unfall.
Der Junge hatte nach Angaben der Polizei offenbar Dosen und Münzen auf die Gleise gelegt – womöglich, um die Verformung der Gegenstände zu beobachten, die ein darüberfahrender Zug verursacht. Ein Zugführer hatte am Montagnachmittag gegen 16.25 Uhr einen leblosen Körper in dem Tunnel neben den Gleisen zwischen den Stationen Yorckstraße und Anhalter Bahnhof bemerkt und sofort gemeldet. Der Junge war offenbar kurz zuvor nahe der Tunnelausfahrt nicht überrollt, aber seitlich von einem Zug der Linie S1 erfasst worden und hatte tödliche Verletzungen erlitten.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand könne inzwischen sowohl ein Suizidversuch als auch die Fremdeinwirkung anderer Personen ausgeschlossen werden. Es gebe auch keinerlei Erkenntnisse, dass der Junge zum Graffiti-Sprühen in den Bahntunnel eingedrungen war, teilte die Polizei am Dienstag mit.
Freund wusste nicht, dass 13-Jähriger gestorben ist
Fest steht inzwischen auch, dass der verunglückte Junge nicht allein in den Bahntunnel gelangt ist, der in kurzer Taktfolge von Zügen der Linien S1, S2 und S25 durchfahren wird. Die Polizei hat einen 14-Jährigen ausfindig gemacht, der auf Befragen angab, mit dem 13-Jährigen in dem Tunnel gewesen zu sein. Allerdings habe der Jugendliche glaubhaft berichtet, dass er die Bahnanlage vor dem Unglück verlassen habe.
Bis zum Dienstag wusste der 14-Jährige laut Polizei nicht, dass der 13-Jährige in dem Tunnel ums Leben gekommen war. Entsprechend schockiert habe der Jugendliche auf die Fragen der Beamten reagiert. Der Polizei war die Identifizierung des Jungen am späten Montagabend durch einen Fahrausweis gelungen, den der 13-Jährige bei sich getragen hatte.
Unklar ist laut Polizei noch, wann und wo genau die Jungen am Montag in den Tunnel gelangt waren. Denkbar ist, dass die Jungen über einen Tunneleingang am Park Gleisdreieck eingestiegen sind. Dort gibt es nahe einem neu gebauten Baumarkt an der Yorckstraße die Möglichkeit, vorbei an Bauzäunen in die S-Bahntunnel zu gelangen.
Wie die berliner Morgenpost weiter erfuhr, war dem Hausmeister des nahe gelegenen Technik-Museums, Ewald Rose, am Montag gegen 11 Uhr aufgefallen, dass der Notausstieg am Parkplatz des Museums offen stand. Der 64-Jährige hatte seine Vorgesetzten darüber informiert, die diese Information wiederum an die Bahn weiter geleitet hätten, so der Hausmeister. Aus diesem Notausstieg könnte der 14 Jahre alte Begleiter den Bahntunnel verlassen haben, bevor es zu dem tragischen Unfall kam.





