Im März sind es die Birkenpollen, im April kommen Gräser hinzu und ab Juli ist die Luft voller Beifuß und Ambrosia. Pollen bedeuten für Allergiker Monate voller Augenjucken, Niesen, Schnupfen und Husten.

Ausweichen ist schwierig, denn der Wind verteilt die Pollen bis zu 500 Kilometer weit. Aufgrund ihrer geringen Größe gelangen sie zudem überall hin.

Trotzdem müssen Allergiker sich im Frühjahr nicht daheim verkriechen. Die Stiftung Warentest hat jüngst einen Leitfaden für den Umgang mit Heuschnupfen herausgegeben und empfiehlt wirksame, rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke.

Unkonservierte Mittel sind vorzuziehen

Grundsätzlich kann bei der Behandlung von Heuschnupfen unterschieden werden zwischen vorbeugenden Medikamenten und Antihistaminika, die akute allergische Reaktion lindern.

Mittel zur vorbeugenden Behandlung, etwa Nasensprays und Augentropfen mit Cromoglizinsäure oder Augentropfen mit Lodoxamid, sollten etwa 14 Tage vor dem ersten Pollenflug angewandt werden. Nur so können sie ihre volle Wirkung entfalten.

Zudem sollten Allergiegeplagte unkonservierte Mittel vorziehen, da Konservierungsstoffe die Schleim- und Hornhaut schädigen oder selbst Allergien hervorrufen können.

Zu den günstigsten vorbeugenden Augentropfen gehören laut Stiftung Warentest Dispacromil sine EDP in Einzeldosispipetten für 4,97 Euro und Cromo AT 1A Pharma für 4,39 Euro. Letzteres Mittel enthält allerdings Konservierungsstoffe.

Antihistaminika helfen bei akuten Beschwerden

Unter den vorbeugenden Nasensprays ist mit 6,37 Euro Crom Ophtal besonders günstig. Ebenfalls preiswert, aber konserviert ist das Mittel Cromo Nasenspray 1A Pharma (6,32 Euro).

Wenn die vorbeugenden Medikamente zu spät angewandt wurden oder sich der Heuschnupfen als besonders hartnäckig erweist, können Antihistaminika wie Azelastin und Levocabastin weiterhelfen. Sie wirken sofort, indem sie das Immunsystem ausbremsen und die Bindungsstellen des Botenstoffes Histamin im Gewebe blockieren.

Auch hier gilt: Unkonservierte Mittel sind konservierten vorzuziehen. Als günstigste Augentropfen führt Stiftung Warentest Azeal-VisionMDsine auf (9,96 Euro). Unter den Nasensprays ist AllergodilLakut besonders günstig (8,10 Euro).

Antihistaminika zum Einnehmen sind empfehlenswert, wenn die lokale Behandlung nicht genügt oder sowohl Augen als auch Nasenschleimhaut betroffen sind.

20 Tabletten mit dem Wirkstoff Cetirizin kosten im günstigsten Fall 2,96 Euro (Cetirizin ADGC). Präparate mit dem Wirkstoff Loratadin kosten ähnlich viel. 20 Tabletten bekommen Allergiker ab 2,70 Euro (Lora ADGC).

Im Set oft günstiger

Stiftung Warentest empfiehlt zudem Kombipackungen, falls Augen und Nasenschleimhaut gleichzeitig betroffen sind. Im Set kosten Mittel für die lokale Anwendung oft 15 Prozent weniger.

Mit 10,85 Euro ist die Kombipackung von Cromohexal zur Vorbeugung am preiswertesten. Hat der Heuschnupfen bereits zugeschlagen, empfiehlt sich der Griff zu Allergodil (16,15 Euro).

Generell gilt: Nachahmerpräparate sind weder weniger sicher, noch ist ihre Wirkung geringer als beim Original. So lohnt es sich eigentlich immer, den Kauf von Generika in Erwägung zu ziehen.

In jedem Fall empfiehlt Stiftung Warentest, Preise zu vergleichen. Bei rezeptfreien Medikamenten dürfen Apotheken die Listenpreise unterschreiten. Oft haben Versandapotheken die günstigeren Preise, allerdings sollten die Versandkosten beachtet werden.