Suchtbericht

Berliner rauchen weniger Zigaretten – aber mehr Joints

Alkohl und Zigaretten verlieren in Berlin an Bedeutung. Aber immer mehr Menschen haben Erfahrungen mit illegalen Drogen. Das ist das Ergebnis des Suchtsurveys der Senatsgesundheitsverwaltung.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Berliner trinken und rauchen weniger – dafür konsumieren sie mehr illegale Drogen. Das ist das Kurzfazit des neuen Suchtsurveys 2012 für Berlin, den die Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstag veröffentlichte. Danach ist vor allem der Konsum illegaler Drogen, speziell von Cannabis, ähnlich wie in anderen Großstädten im Vergleich zu Gesamtdeutschland höher: 42 Prozent der 1024 befragten Berliner zwischen 15 und 64 Jahren hatten Erfahrungen damit.

Etwa alle sechs Jahre seit 1990 ergänzt Berlin den regelmäßigen bundesweiten Suchtsurvey um eine aufgestockte Stichprobe und erhält so langfristig repräsentative Daten. Danach geht sowohl die Zahl der Gelegenheits- als auch der Starkraucher in der Hauptstadt seit 1990 merklich zurück. Griff damals noch die Hälfte der 15- bis 39-Jährigen zur Zigarette, tut dies heute nur noch etwa ein Drittel. Beim Alkoholkonsum verschiebt sich das Verhältnis: Es steigt die Zahl derjenigen, die wenig Alkohol trinken, dafür gibt es weniger Rauschtrinker.

Die Mehrheit der Berliner (53,7 Prozent) konsumiert durchschnittlich. 18 Prozent, und damit mehr als im Bundesdurchschnitt, tranken aber immer noch riskant viel – also mehr als zwölf Gramm Reinalkohol für Frauen und mehr als 24 Gramm täglich für Männer, was einem bis zwei kleinen Gläsern Wein entspricht. Generell haben mehr als ein Drittel der Alkoholkonsumenten in der Befragungszeit einen Rausch gehabt, also mindestens fünf Drinks pro Tag getrunken.

Bei den illegalen Drogen liegt Cannabis weiter ganz vorn. Schätzungsweise knapp ein Prozent der 15- bis 64-Jährigen sind davon abhängig, 1,2 Prozent betreiben Cannabismissbrauch. Während 1990 und 1995 nur jeder fünfte Befragte zwischen 15 bis 39 Jahren Erfahrungen mit illegalen Drogen hatte, waren es 2012 fast 56 Prozent. „Daher sind hier Anstrengungen zur Prävention weiterhin notwendig beziehungsweise müssen verstärkt werden“, bilanziert die Senatsverwaltung. Dies gelte auch für den steigenden Konsum von Amphetaminen bei jungen Berlinern.